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25000 tote Fliegen und ein Gott ohne Füße

Kino Schauspieler, Regisseur und Drehbuchautor Florian David Fitz plaudert mit seinen überwiegend weiblichen Fans im Cinemaxx in Würzburg über seine David-Safier-Verfilmung „Jesus liebt mich“

 

Von Michaela Schneider

 

Würzburg Die Fliegen bereiteten Florian David Fitz bei den Dreharbeiten zum Kinostreifen „Jesus liebt mich“ die meisten Probleme. 25000 hatte das Filmteam gekauft – und die sollten eigentlich nichts anderes tun, als Luzifer (Nicholas Ofczarek) wild umschwirren. Doch am einen Drehtag verkündete die Tiertrainerin: Die Fliegen seien noch nicht geschlüpft. Beim nächsten Mal vermeldete sie: Inzwischen seien die Fliegen tot, denn die lebten schließlich nur einen einzigen Tag. Und beim dritten Versuch saßen ganze sieben, fast reglose Tierchen im Karton. Fliegen umschwirren Luzifer im Film trotzdem. Doch die seien Zufallskomparsen gewesen, verriet der smarte Schauspieler, Drehbuchautor und Regisseur  seinen überwiegend  weiblichen Fans jetzt im Cinemaxx in Würzburg. Und noch mehr Anekdoten zu den Dreharbeiten gab er im bis auf den letzten Platz besetzten Kinosaal zum Besten.

 

Dass Fitz als Vorlage für sein Regiedebüt der Roman „Jesus liebt mich“ des Erfolgsautoren David Safier diente, sei Zufall gewesen, erzählt er. „Das Thema kam zu mir“, sagt der 38-Jährige. Eigentlich war er zunächst als Schauspieler angefragt. Produzent Nico Hofmann bot ihm dann nach dem Jesus-Casting an, das Drehbuch zu schreiben und Regie zu führen. Zweieinhalb Jahre sollte es dauern ab der ersten Drehbuchzeile, bis das Projekt im Kasten war. „Hätte ich gewusst, wie lange das dauert, hätte ich’s mir überlegt“, sagt Fitz, wohl nicht ganz ernst gemeint.

 

Die Safier-Geschichte ist dabei auf der Leinwand nicht leicht umzusetzen, denn Fitz hatte es sich zum Ziel gesetzt, eine Komödie um den Gottessohn zu drehen, ohne ins Alberne abzudriften. Marie (Jessica Schwarz) hat eben ihre eigene Hochzeit platzen lassen, da begegnet ihr jener sanftmütige, gutherzige und ziemlich komische Mann namens Joshua: Kennt keine Tomaten, teilt die Pizza mit Bettlern und wäscht ihnen noch dazu die Füße im Tafelwasser – aber er sieht verdammt gut aus! Erst nach und nach dämmert Marie, dass sie sich in den Heiland persönlich verliebt hat. Doch das ist nicht ihr einziges Problem, denn: Der Weltuntergang steht bevor - und zwar am kommenden Dienstag.

 

Wer die Romanvorlage kennt, wird Maries krebskranke Schwester Kata im Film vermissen. Er habe probiert, sie einzubauen, sagt Fitz, dabei aber große Probleme gehabt. Eine goldene Regel beim Film laut dem Regisseur: Zuschauer identifizierten sich mit der Person, die das größte Problem habe. Gegenüber der kranken Kata hätten Maries Liebesleben-Probleme da wohl zu banal gewirkt. Mancher Gag kommt im Film platter rüber als im Safier-Roman, trotzdem ist „Jesus liebt mich“ im Großen und Ganzen eine nette, auf den ersten Blick etwas chaotisch-skurril wirkende Kino-Komödie. Doch macht letztlich gerade den Reiz aus, dass man eben vielfach nicht weiß, was im nächsten Augenblick passiert: „Jesus liebt mich“  ist viel Komödie mit ein bisschen Romanze, manchem satirischen und sarkastischen Element sowie dramatischem Weltuntergangsszenario.

 

Und auch Nachdenkliches lässt Fitz nicht außen vor. Eine seiner persönlichen Lieblingsszenen, verrät er, ist daher auch das Gespräch mit Gott (Michael Gwisdek). Er habe die Welt erschaffen, so gut er könne, sagt der himmlische Vater zu Marie, fügt an: „Was ihr daraus macht, liegt nicht in meiner Hand.“ Dabei ist er selbst schon vor einer ganzen Weile aus der Kirche ausgetreten, erzählt Fitz seinen Fans im Kinosaal, bezeichnet sich als nicht religiös. „Wir müssen selbst Verantwortung übernehmen“, betont er später im Pressegespräch. Doch habe er sich während der Dreharbeiten mit dem Kern der christlichen Botschaft intensiv auseinandergesetzt. Dadurch habe sich auch seine Haltung zum Glauben verändert. Und wie lautet nun laut Fitz diese Kernbotschaft? „Keiner erwartet Wunder, außer dass du ehrlich bist und tust, was du kannst“, sagt im Film Joshua zu Marie.

 

Aber noch einmal zurück zum Gespräch mit Gott. Florian David Fitz verrät, dass Michael Gwisdek während der gesamten Dreharbeiten eigentlich rote Pumps trug, um die Fitz einen Gag stricken wollte. Ein zu platter Witz, kritisierte kein geringerer als Til Schweiger, als sein Regisseurkollege ihm den Streifen zeigte. Und so ließ Fitz die Szene aus „Jesus liebt mich“ wieder herausschneiden – in Folge sieht man Gott während des Films nie mit Füßen.

 

Als nächstes steht für Florian David Fitz jetzt erst einmal Urlaub in Südostasien an. Ob etwas dran sei, dass er danach einen Film mit Matthias Schweighöfer plane, will ein Fan wissen. Er habe sich mit ihm zusammengesetzt, das stimme, eine Idee sei da. Ansonsten hält sich Fitz bedeckt. Aber vielleicht wird ja Matthias Schweighöfer mehr verraten: Er ist am 16. Januar zu Gast im Cineworld in Dettelbach nahe Würzburg und wird seinen Film „Schlussmacher“ vorstellen.

 

Der Artikel wurde im Main-Echo veröffentlicht.

Plauderte im Anschluss an die Filmvorführung seines neuen Kinostreifens „Jesus liebt mich“ in Würzburg mit seinen Fans: Drehbuchautor, Regisseur und Hauptdarsteller Florian David Fitz.

Foto: Michaela Schneider