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Halbmondwahrheiten und Islands Finanzkrise
Mehr als 50 Spiel-, Kurz- und Dokumentarfilme aus aller Welt geben beim Internationalen
Filmwochenende in Würzburg vom 29. Januar bis 1. Februar Einblicke in die Filmszene anderer Länder


Von Michaela Schneider
Würzburg
Das Internationale Filmwochenende in Würzburg gilt als eines der ältesten Filmfestivals in Deutschland. Was vor mehr als 40 Jahren klein begann, lockt inzwischen jährlich  tausende  Besucher in die Bischofsstadt am Main. Heuer werden vom 29. Januar bis 1. Februar mehr als 50 Spiel-, Kurz- und Dokumentarfilme aus aller Welt im Programmkino Central im Mozartareal in  vier Sälen zu sehen sein und Einblicke in die Filmszene anderer Länder geben. Verschiedene Regisseure werden zu Gast sein und mit dem Publikum über ihre Produktionen sprechen. Thomas Schulz (53), Vorsitzender der Filminitiative Würzburg, erzählt, nach welchen Kriterien die Filme ausgewählt werden und welche Höhepunkte und Besonderheiten die Besucher heuer erwarten.


Sie rechnen auch heuer wieder mit vielen Besuchern beim Internationalen Filmfestival. Wie erklären Sie sich das große Interesse?

Thomas Schulz: Unser Ziel ist es, Filme zu zeigen, die für Kinogänger normalerweise nicht zu sehen sind, weil sie bei deutschen Verleihern nicht erhältlich sind und oft nur in den Ländern ausgestrahlt werden, aus denen sie stammen. Alle Filme sind dabei in der Originalfassung mit deutschem oder englischem Untertitel zu sehen. Wir wählen ganz bewusst Filme aus aller Welt von Deutschland über Island oder die Türkei bis nach Kanada aus, um ein Bild dieser Länder und der dortigen Filmszene zu vermitteln. Wer mit 10er-Karte zum Filmfestival kommt, unternimmt gleichzeitig eine Reise um den Globus – die er sich nach eigenem Geschmack, eigener Neugier zusammenstellen kann, unterstützt vom Festivalkatalog.   


Können Sie dafür zwei diesjährige Filmbeispiele nennen?

Schulz: Einer der besonderen Beiträge während des Festivals wird der isländische Film „Life in a Fishbowl“ sein. Erzählt werden die parallelen Geschichten dreier Menschen in Reykjavik kurz vor Ausbruch der Finanzkrise im Jahr 2008. Nirgends wurden die Folgen eines fehlgeschlagenen Systems so deutlich erkennbar wie in Island. Das Bankensystem des Landes kam vollständig zum Erliegen, selbst von Staatsbankrott war die Rede. Ein zweites gutes Beispiel für eine kleine Produktion, die aber einen interessanten Einblick in die bei den Kurden populäre Tradition des Geschichtenerzählens gibt, ist der Film „Were Denge Min“, „Folge meiner Stimme“. Der Kurdenkonflikt zwingt ein Mädchen und seine Großmutter zu einem Fußmarsch durchs Land. Es geht natürlich um den Konflikt selbst, doch die beiden Frauen begegnen auch traditionellen Geschichtenerzählern, man sieht kurdische Dörfer, typische Landschaften und eine atemberaubende Bergwelt.  


Welche Regisseure werden heuer zum Beispiel zu Gast sein?

Schulz: Wir erwarten etwa Bettina Blümer. Ihr Dokumentarfilm „Halbmondwahrheiten“ handelt von einer Selbsthilfegruppe türkischer Männer  in Berlin-Kreuzberg und erzählt jenseits pauschaler Bilder, wie türkischstämmige Männer die Herausforderungen einer interkulturellen Gesellschaft annehmen. Bereits zum zweiten Mal beim Filmfestival dabei sein wird Cornelia Grünberg – heuer mit dem zweiten Teil ihrer dokumentarischen Langzeitbeobachtung 14 / 18 / 28. Hintergrund: Die drei Teenager Laura, Steffi und Fabienne wurden mit 14 Jahren ungewollt schwanger und hatten sich für das Kind entscheiden. „18 – Wagnis Leben“ erzählt, wie sich ihr Leben seitdem verändert hat. Zu Gast sein werden auch der junge Berliner Nico Sommer, Regisseur des Spielfilms „Familienfieber“, der die Frage umkreist, wie vereinbar das Ideal der Familie mit den Schwächen und Bedürfnissen des Individuums ist. Auch der Kanadier Merlin Dervisevic wird anreisen und mit dem Publikum über seine Produktion „Cruel & Unusual“ sprechen, die sich zwischen Horror, Thriller und Science Fiction bewegt.


Nach welchen Kriterien wählen Sie die Produktionen fürs Filmfestival aus?

Schulz:  Unser Auswahlverfahren basiert auf vier Säulen. Zunächst einmal können bis Ende Oktober Filme bei uns eingereicht werde. Pro Jahr sind das unzählige zum Teil professionelle, gelegentlich aber auch Produktionen von Hobbyfilmern. Trotzdem schauen wir in jeden Film zumindest hinein. Teils reichen zum Beispiel auch Hochschulen Produktionen ein, gerade für die Sparten Dokumentarfilm und Kurzfilm. Zweite Säule: Mitglieder der Filminitiative besuchen Filmfestivals von den Nordischen Filmtagen über die Berlinale, das Filmfest München und Locarno bis hin zu Kinderfilmfestivals. Als drittes ordern wir Filme direkt bei ausländischen Filminstituten. Unsere Vereinsmitglieder stammen aus verschiedenen Ländern wie Russland, Irland und Italien bis in die USA. Sie studieren oder arbeiten in Würzburg und haben einen guten Einblick in die Filmszene ihrer Heimatländer. Als vierte Säule sichten wir schließlich Festivalkataloge sowie spezielle Expertenportale im Internet. Ab September treffen wir uns etwa einmal pro Woche, um die mehr als 100 Filmvorschläge unserer Mitarbeiter gemeinsam anzuschauen und eine engere Wahl zu treffen.

Thomas Schulz, Vorsitzender der Filminitiative Würzburg.

     

Foto: Michaela Schneider

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Der Artikel  ist unter anderem  im Main-Echo erschienen.

Infokasten: Über das Internationale Filmwochenende Würzburg


Einzeltickets: Eintrittskarten zum Internationalen Filmwochenende gibt es ab Donnerstag, 29. Januar, für das ganze Filmwochenende im Programmkino Central, Mozart-Areal in Würzburg, zu kaufen. Die Kassen sind jeweils eine halbe Stunde vor der ersten bis zum Beginn der letzten Vorstellung besetzt.


Mehrfachkarten: Der Kartenvorverkauf von Mehrfachkarten (5er und 10er-Karten) hat bereits begonnen. Vorverkaufsstellen in Würzburg: Buchhandlung Knodt, Buchladen Neuer Weg, Universitätsbuchhandlung Schöningh, Buchhandlung dreizehneinhalb, Central Programmkino und VR-Bank Würzburg FORUM. Auswärtige Besucher können Mehrfachkarten im Büro der Filminitiative unter Telefon 0931/15077 oder per Email unter info@filmwochenende.de vorbestellen.


Wettbewerb: Auch heuer können die Besucher des Filmwochenendes wieder den besten Spielfilm, Dokumentarfilm und Kurzfilm in einem Wettbewerb wählen. Stimmkarten werden vor Ort verteilt. Die Preisgelder liegen bei bis zu 2500 Euro.


Programm: Das ausführliche Programm ist im Internet einsehbar unter www.filmwochenende.de