Ich schreibe für Sie!
Guten Tag!. Journalismus. Schwerpunkte. Pressetexte. Fotografie. Schöne Literatur. Veröffentlichungen. Archiv. Kontakt. Michaela Schneider - Freie Journalistin in Würzburg
Hier finden Sie eine Auswahl
an Verlagen und Agenturen,
für die ich schreibe:

Impressum

Meine AGB

Nürnberger Nachrichten

Franken.Das Magazin für Land und Leute

Behinderte Menschen

Porter & Pin

Publik Forum

Oper & Tanz

Die deutsche Bühne

Main-Echo

Opernnetz

Griaß di’ Allgäu

Schönes Schwaben

Journalismus

Pressetexte

Fotografie


Kurzgeschichten

                                          Chroniken


Auf Facebook posten
Auf Twitter posten
Auf Google Lesezeichen posten
Per E-Mail senden

Warum das Leben bunt ist
Mehr als 40 Studenten erarbeiten gemeinsam die Ausstellung „Abenteuer Farbe – von
Azurblau bis Zinnoberrot“ – Zu sehen ist sie bis Ende März 2017 im Mineralogischen Museum in Würzburg


Von Michaela Schneider

Würzburg Das Leben ist bunt. Doch warum ist das so? Wie wirken Farben auf Menschen, wie entstehen sie und  wie prägen sie den Alltag, die Kunst oder die Erde? Mehr als 40 Studierende der Fachrichtung Museologie der Julius-Maximilians-Universität und des Studiengangs Gestaltung  der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt setzten sich mit diesen und weiteren Fragen auseinander. Sie recherchierten, experimentierten, erarbeiteten Konzepte, tüftelten, bastelten und gestalteten. Und das  Ergebnis präsentieren sie nun in der Mit-Mach-Ausstellung „Abenteuer Farbe – von Azurblau bis Zinnoberrot“ im Mineralogischen Museum der Universität am Hubland in Würzburg der Öffentlichkeit. Die Ausstellung ist Teil des Themenjahres „Farbenrausch Würzburg 2016“.


Wer meint, im Museum gebe es „nur“ Gestein und Mineralien zu sehen, liegt diesmal falsch – auch wenn natürlich in mancher Vitrine Achat, Rubin oder Schwefel in kräftigen Farben leuchten. Denn zunächst einmal stattete das studentische Team den Physikern der Universität einige Besuche ab. Die Studierenden ließen sich erklären, weshalb manche Farben besonders glänzen oder schillern. Das geschieht, wenn dünne Schichten in etwa so dick wie eine Wellenlänge des Lichts sind, von einem Lichtstrahl getroffen werden und sich Lichtwellen überlagern. Der Experte spricht dann von Interferenz. Desweiteren geht es im Physikpart der Ausstellung etwa um Licht und Materie oder die Entstehung von Farben durch Absorption und Reflektion – und wer möchte, kann in einer Farbdusche das Phänomen der additiven Farbmischung selbst nachvollziehen.


Naturwissenschaftliche Gesetzmäßigkeiten sind dabei das eine, die Farbpsychologie und Farbwirkung auf den Menschen das andere. Denn das Auge gilt als wichtigstes Sinnesorgan des Menschen, Farben können bestimmte Gefühle auslösen, was sich wiederum die Werbung zunutze macht. Und was sagt eigentlich die Lieblingsfarbe über einen Menschen aus?  Auch geht es ums Thema Gender, dabei dürfte ein Aspekt manchen Ausstellungsbesucher überraschen: Dass wir heute die Farbe Blau mit Jungen und Rosa mit Mädchen verbinden, ist nicht selbstverständlich. Diese Farbbedeutungen kamen erst in den 1930er Jahren auf. Zuvor galt Hellblau als sanfte, weibliche und Rosa als kräftige, männliche Farbe.


Auch geht es bei „Abenteuer Farbe“ um die Farben der Erde. Dabei sind es vor allem Minerale, die das Aussehen von Gesteinen, Böden und Landschaften beeinflussen, der Natur erst ihr faszinierendes Gesicht geben – ob der rote und grüne Sandstein in Unterfranken oder schwarzes Vulkangestein auf Hawaii. Verantwortlich für die Farbe der Mineralien ist dabei ihre chemische Zusammensetzung.


Auch mit dem Thema Farbe und Kunst setzten sich die Studierenden auseinander – und starteten in der Vorzeit. Bereits Steinzeitmalereien sind farbig, die Menschen arbeiteten damals mit Pigmenten, die sie aus Erzen oder Knochen gewannen und mit Wasser banden. Komplexer waren da die – zum Teil geheimen - Farb-Rezepturen der alten Meister. Und selbst in unserer Zeit nennt mancher Künstler Farbe sein eigen: Yves Klein ließ beispielsweise 1960 sein Ultramarinblau patentieren. Eine neue Erfindung war es eigentlich nicht, denn gewonnen wird das natürliche Pigment von Lapislazuli, im Mittelalter war es der Darstellung von Heiligen und der Jungfrau Maria vorbehalten.

Abenteuer Farbe – von Azurblau bis Zinnoberrot“ ist die Sonderausstellung im Mineralogischen Museum am Hubland betitelt.


Fotos: Michaela Schneider


Der Artikel ist unter anderem in den Fränkischen Nachrichten erschienen.

Infokasten: Über die Ausstellung


Die Mit-Mach-Ausstellung „Abenteuer Farbe – von Azurblau bis Zinnoberrot“ im Mineralogischen Museum auf dem Gelände der Julius-Maximilians-Universität am Hubland Süd wird bis einschließlich 31. März 2017 zu sehen sein. Das Museum ist am Mittwoch und Sonntag zwischen 14 und 17 Uhr  geöffnet.  An einigen Mittwochabenden um  19.30 Uhr werden im Museum zudem Vorträge stattfinden, los geht es am 27. Juli mit dem Thema „Die Farben der Erde“. Die weiteren Termine: 21. September „historische Maltechniken“; 19. Oktober „Kunstfälschung im Schatten der großen Fälle“; 9. November „Licht und Farbe im Kosmos – das sichtbare und das unsichtbare Universum“;  23. November „Musik und Abenteuer Farbe“; 21. Dezember „Städte strahlen farbig“, 11. Januar „Wappenfarben: Werbung im Mittelalter?“ und 22. Februar „Das Farbensehen der Bienen erschuf die Blütenfarben“. Geschnürt haben die Studenten darüber hinaus ein museumspädagogisches Angebot – unter anderem im Zeichen der Inklusion. Details: www.farbenrausch-wuerzburg.de