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Risiken minimieren und für den Notfall gewappnet sein
Selbst, wenn Eltern die Gefahrenquellen des Alltags kennen und minimieren, kann
ein Unfall passieren – Dann heißt es, mit kühlem Kopf Erste Hilfe am Baby, Kleinkind oder Säugling zu leisten


Von Michaela Schneider
Würzburg
Es braucht nur einen winzigen, unbeobachteten Augenblick – und schon stürzt der Säugling vom Wickeltisch oder das Kleinkind verbrüht sich am heißen Wasser. Natürlich ist`s am besten, wenn Eltern Gefahrenquellen im Alltag kennen und Notfallsituationen vermeiden. Trotzdem kann jederzeit ein Unfall passieren. Dann heißt es zuallererst: Einen kühlen Kopf bewahren und den  Rettungsdienst informieren, die europaweite Rufnummer lautet 112. Bewusst sein  müssen sich Eltern laut Dr. Johannes Wirbelauer, Oberarzt der Universitäts-Kinderklinik in Würzburg: Ein Anruf beim Rettungsdienst dauert ein paar Minuten, ehe die vier wichtigsten Fragen beantwortet sind: Wer ruft an und wie lautet die Telefonnummer? Wo genau ist der Unfall passiert? Was ist passiert? Wie viele Personen sind verletzt und wie alt sind betroffene Kinder in etwa? Vor interessierten Eltern sprach der Mediziner an der Universitätsklinik in Würzburg zudem über die häufigsten Unfälle im Baby- und Kleinkindalter, gab Präventionstipps und informierte über Erste-Hilfe-Maßnahmen.


Häufigste Verletzung bei Säuglingen ist demnach das Schädel-Hirn-Trauma – weil das Kind zum Beispiel vom Wickeltisch fällt oder aus dem Kinderwagen purzelt. „Ein Säugling wird fast immer auf den Kopf fallen, weil der im Verhältnis zum Körper einfach übermäßig groß ist“, sagt Wirbelauer. Unterschätzen sollten Eltern niemals die Kraft selbst von Neugeborenen. Sie genüge, um sich allein auf dem Wickeltisch zu bewegen und zu fallen.

Bei Kleinkindern häufen sich Ertrinkungsunfälle. Kinder dürfen daher am Wasser nie unbeaufsichtigt gelassen werden, Schwimmhilfen bieten zusätzliche Sicherheit. Doch auch eine Regentonne kann etwa zur tödlichen Falle werden, wenn kein Deckel aufgeschraubt ist.


Als weitere Unfallsituationen nennt Wirbelauer die Fremdkörperaspiration. Das bedeutet, dass das Kleinkind einen Gegenstand verschluckt, der dann in der Luftröhre hängen bleibt. Am häufigsten geschieht dies mit Erdnüssen, die, glatt wie sie sind, sehr schnell in die falsche Röhre rutschen können. Geschieht dies, sollten Eltern den Kopf des Kindes tiefer legen und es zärtlich auf den Rücken schlagen. Bleibt der Gegenstand in der Luftröhre, muss er vom Arzt entfernt werden, sonst drohen Entzündungen.


Prävention ist vor allem auch angesagt, wenn es ums Thema Unfälle im Kindesalter geht, 60 Prozent davon wären vermeidbar. Hierüber informiert laut Wirbelauer etwa das Internetportal www.kindersicherheit.de. Bei Autofahrten brauche es gewichtgerechte Rückhaltesysteme, beim Radfahren einen Helm. Daran denken sollte man allerdings, dass die Kinder ihn rechtzeitig wieder abnehmen – etwa, wenn die Radtour zum Spielplatz führt. „Es ist schon passiert, dass sich Kindern beim Klettern aufs Gerüst stranguliert haben. Ob ein Helm sinnvoll ist oder nicht, ist immer eine Frage der Situation“, sagt Wirbelauer.  Generell warnt er vor Lauflernhilfen. Konzipiert sind so genannte Babywalker oder Gehfreis für Kleinkinder, die noch nicht Laufen können, doch auch Organisationen wie die „Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder“ und „Stiftung Warentest“ bezeichnen die Geräte generell als überflüssig und gefährlich.


Droht eine Vergiftung, weil ein Kind Tabletten, Putzmittel, Zigaretten, Alkohol oder heikle Pflanzen geschluckt hat, sollten Eltern dem behandelnden Notarzt so viele Informationen wie möglich liefern können. Um welche Substanz und welche Menge handelt es sich, wann ist`s passiert und welches Körpergewicht hat das Kind? Kostenpflichtige Auskünfte können sie bei Giftnotrufzentralen einholen, etwa in Berlin unter der Telefonnummer 030/19240. Doch in den meisten Fällen kann auch der Dienstarzt der örtlichen Klinik eine Erstauskunst geben. Ganz wichtig laut Wirbelauer: Anders als früher, lässt man Kinder heute nicht mehr erbrechen. Besonders gefährlich wäre dies bei Säuren und Laugen, weil die Gefahr eines erneuten Verätzens besteht, aber auch bei schäumenden Substanzen, organischen Lösungsmitteln und wenn das Kind bewusstlos wird.


Einen nächsten großen Bereich machen Verbrühungen und Verbrennungen aus – weil der Pfannengriff fürs Kind erreichbar über den Herd ragt, ein Wasserkocher zu nah an der Tischkante platziert ist oder der frisch aufgebrühte Kaffee der Mama in Reichweite des Kindes auf dem Esstisch steht. Auch ein Sonnenbrand zählt den Verbrennungen. Geschieht ein Unfall, heißt es in erster Linie kühlen, bis der Schmerz nachlässt – und zwar am besten mit fließendem Wasser zwischen 15 und 20 Grad Celsius. Eis dagegen ist laut Wirbelauer fehl am Platz – und erinnert sich an ein Kind, dass in Eispacks gewickelt wurde und später unter den Erfrierungen noch mehr litt als unter den Verbrühungen. Um den Grad einer Verbrennung und Verbrühung abzuschätzen können Eltern auf folgende Formel zurückgreifen: Ein Handteller entspricht in etwa einem Prozent der Körperfläche. Sind zehn bis 15 Prozent der Körperoberfläche betroffen, ist eine Behandlung des Kindes im Verbrennungszentrum nötig. Zu Rauchvergiftungen kommt es meist im Schlaf, weil dann der Geruchssinn nur reduziert arbeitet. „Deshalb ist ein Rauchmelder sehr sinnvoll“, betont Wirbelauer.


Ausblenden sollten Eltern auch nicht das Risiko des plötzlichen Säuglingstodes – ein Phänomen, dessen Ursachen Mediziner bis heute nicht richtig verstehen. Bekannt sind jedoch bestimmte Risiken. So erhöht Rauchen im Umfeld des Kindes die Gefahr beträchtlich: Bei einer Packung pro Tag ist das Risiko bereits fünf Mal so hoch wie in einer Nichtraucherfamilie. Seltener tritt der Kindstod auf, wenn Babys auf dem Rücken schlafen, und zwar möglichst auf einer festen Matratze ohne Kissen und im Schlafsack. Auch sollte man eine Überwärmung des Kindes meiden und, wenn möglich, stillen. Weitere Informationen unter anderem auch unter www.gekips.de.

Der Artikel  ist unter anderem  in dem Magazin „Gesundheit!“ erschienen.

Infokasten: Erste Hilfe in der Notfallsituation – die wichtigsten Schritte


Rettungsdienst alarmieren: Passiert tatsächlich ein Unfall, sollten Eltern laut Kinderarzt Dr. Johannes Wirbelauer vor allem Ruhe bewahren und über die Rufnummer 112 den Rettungsdienst informieren.


Vitalfunktionen prüfen: Bis der Rettungsdienst eintrifft, sind zunächst die Vitalfunktionen des Kindes zu kontrollieren, dies sind Bewusstsein, Atmung sowie Herz und Kreislauf. Das Bewusstsein lässt sich überprüfen durch Wachheit, Ansprechbarkeit, Schmerzreaktion, Motorik und Orientierung.


Atemspende: Ist Atmung vorhanden, sollten Eltern auch deren Regelmäßigkeit/Rhythmik und Frequenz prüfen, die Tiefe, den Geruch und auf ungewöhnliche Geräusche  achten.  Fehlt die Atmung oder ist sie nicht normal, sind zunächst die Atemwege frei zu machen, falls sich ein Fremdkörper oder Erbrochenes im Mund befinden. Dann ist eine Atemspende nötig. Dabei bringt der Erwachsene den Kopf des Kindes in eine leicht überstreckte Position, deckt Mund und Nase des Babys mit dem eigenen Mund ab und bläst Luft in das Kind hinein – und zwar so feste, dass sich der Brustkorb bewegt. Zeigt das Kind keine Reaktion, wird die Atemspende fünf  Mal wiederholt. „Angst, etwas falsch zu machen, wenn ein Kind leblos ist, ist völlig falsch. Man kann die Situation nur verbessern“, fordert Wirbelauer zum beherzten Handeln auf.  


Herzmassage: Zeigt ein Kind auch nach der fünfmaligen Atemspende keine Reaktion, ist eine Beatmung im Wechsel mit einer Herzmassage notwendig. Bei einem Helfer folgen immer im Wechsel 30 Mal Herzmassage und zweimal Atemspende. Bei zwei Helfern werden 15 Mal Herzmassage und zwei Atemspenden empfohlen.  Um den richtigen Druckpunkt zu finden, kann man sich an einer Linie durch die Brustwarzen orientieren, die nötige Kompressionstiefe beträgt etwa ein Drittel des Brustkorbs, die optimale Frequenz 100 Stöße pro Minute.  „Herzmassage mit dem Handballen wäre bei einem Neugeborenen zu viel, eher geeignet ist zum Beispiel der Daumen“, sagt Wirbelauer.


Details auch unter www.bgs-aelrd.de