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Ebola-Epidemie und Krankenhauskeime, HIV und Syphilis
Beim Würzburger Infektiologischen Symposium am hiesigen Universitätsklinikum
beschäftigen sich Experten aus ganz Deutschland mit „Antiinfektiven Strategien 2014“


Von Michaela Schneider

Würzburg Die Ebola-Epidemie in Westafrika macht deutlich: Infektionserkrankungen können sich zum dramatischen internationalen Gesundheitsrisiko entwickeln. Einst exotische Krankheit wie das Dengue-Fieber ist näher als man denkt, denn die Tigermücke als Überträger wird in Italien längst zur Plage. Zugleich macht die Medizin immer wieder sprunghafte Fortschritte, so überschlagen sich etwa in der Hepatitis-C-Therapie seit Anfang 2014 die Ereignisse. Beim Würzburger Infektiologischen Symposium am hiesigen Universitätsklinikum beschäftigten sich Experten aus ganz Deutschland mit „Antiinfektiven Strategien 2014“ und beleuchteten sowohl epidemiologische als auch präventive und therapeutische Aspekte.

Zunächst ein Blick auf die weltweit aktuell vielleicht präsenteste Sorge, auf die Tropenkrankheit Ebola. Wie der Würzburger Tropenmediziner Dr. August Stich erklärt, handelt es sich hier um den größten Krankheitsausbruch aller Zeiten. Das Ebola-Virus zerstöre innerhalb weniger Tage das Gewebe und die Organe, die Inkubationszeit beträgt sieben bis maximal 21 Tage. Anfangs ähnelt die Krankheit einer Grippe mit Mattheit, Fieber, Schüttelfrost, Gelenk- und Muskelschmerzen. Infektiös sei ein Patient erst, wenn Symptome auftreten. Heißt laut Stich: Kontaktpersonen möglicher Patienten müssen nicht isoliert untergebracht werden. Allerdings sei Ebola hochinfektiös, minimalste Mengen an Körperflüssigkeit genügten bereits für eine Infektion. Mit Sorge betrachtet Stich den Zusammenbruch der Gesundheitsstrukturen in Westafrika: So suchten schwangere Frauen aus Sorge vor Ansteckung längst keine Krankenhäuser mehr auf für Kaiserschnitte. Stich spricht in Westafrika von einer katastrophalen Situation, die längst außer Kontrolle geraten ist. Hierzulande indes mahnt er Ruhe an: „Die Möglichkeit besteht, dass einzelne Fälle nach Europa gelangen. Aber ich gehe davon aus, dass es zu keiner Ausbreitung kommt.“


Asiatische Tigermücke als Überträger

Anders sieht es mit anderen Tropenkrankheiten aus, Stichwort Dengue- und Chikungunya-Fieber. Beide Krankheiten werden unter anderem von der asiatischen Tigermücke übertragen. Und die wurde über den globalen Handel mit Altreifen in alle Welt verschifft. Süditaliener klagen heuer über eine regelrechte Plage der Blut saugenden, extrem anpassungsfähigen Insekten. „Inzwischen gibt es stabile Populationen in Europa - und selbst in Süddeutschland“, sagt Tropenmediziner Stich und fügt an: „Die Tigermücken warten nur darauf, mit den Krankheitserregern infiziert zu werden.“ Tatsächlich gibt es eine Reihe von Fällen unter anderem in Südfrankreich, Marseille oder Madeira. Hier erkrankten Menschen an Dengue-Fieber, die zuvor keine tropischen Risikogebiete bereist hatten. Größtes Problem: Eine Impfung oder Therapie gegen den Virus gibt es nicht. Und schon im Sommer 2007 hatte die Asiatische Tigermücke in Norditalien mehr als 200 Menschen mit dem Chikungunya-Virus infiziert. „Das kann jederzeit wieder passieren“, sagt Stich.  


Gegen Krankenhauskeim hilft vor allem Prävention

Von den Tropen weg ein Blick in Deutschlands Krankenhäuser. Einer der häufigsten Keime hier ist „Clostridium difficile“ – bei gesunden Menschen ein harmloses Darmbakterium, das jedoch Gifte produzieren und eine lebensbedrohende Durchfallserkrankung auslösen kann. Eine medikamentöse Therapie ist möglich, auch wird an der Würzburger Universität laut Mediziner Dr. Werner Heinz zum Beispiel an einer Therapie mit Antikörpern geforscht. Heinz betont aber auch: Die beste Therapie gegen den Krankenhauskeim ist eine entsprechende Prävention. Dazu gehören Händewaschen, die Isolation kranker Patienten, ein Vermeiden unnötiger Antibiotika sowie der Verzicht auf Breitspektrum-Antibiotika sowie Schulungen des Krankenhauspersonals.


Vor der Operation zum Zahnarzt

Ebenfalls ein Thema in Kliniken: Die Sepsis, sprich Blutvergiftung als eine Entzündungsreaktion des Organismus auf eine Infektion. Sie zählt laut dem Würzburger Chirurgen Dr. René Wildenauer zu den häufigsten Todesursachen auf Krankenstationen, schlichtweg, weil die Infektionszeichen häufig fehlinterpretiert würden. Wichtig ist laut dem Experten deshalb ein entsprechendes chirurgisches Management, um mögliche Quellen so früh wie möglich auszuschalten. Dazu gehört – neben einer Keimreduktion in der Klinik durch entsprechende Hygiene - auch ein frühzeitige Herdsanierung, das heißt: Der Chirurg muss den Menschen im Ganzen betrachten und noch vor der Operation andere Entzündungsherde ausschalten. Heißt: Es ist nicht unüblich, dass ein Patient vor einer Operation zum Zahnarzt geschickt wird, um gefährliche chronische Entzündungsherde im Kiefer zu beseitigen.     


Zahl der multiresistenten Erreger steigt

Eine steigende Gefahr im Klinikalltag bedeutet zudem die zunehmende Zahl an multiresistenten Erregern – also jenen Keinem, die gegen mehrere oder nahezu alle Antibiotika unempfindlich sind. Beispiel: das Bakterium E. coli, das in der menschlichen Darmflora eigentlich als Vitaminproduzent dient. Pathogene Stämme aber können menschliche Infektionskrankheiten auslösen. Wie aber schaffen es Bakterien wie E. coli, Multiresistenzen gegen bestimmte Antibiotika zu bilden? Forscher gehen davon aus, dass der Einsatz von Antibiotika die Mutationsrate der Erreger erhöht. Werden diese einer nicht tödlichen Menge an Medikamenten ausgesetzt, verändert sich das Erbgut der Bakterien. Die Chance besteht, dass dabei zufällig eine Resistenz entsteht. „Geben wir halt Antibiotika, ist nicht der richtige Weg“, betont deshalb der Würzburger Mediziner Dr. Hartwig Klinker im Vortrag über Harnwegsinfektionen. Wesentlich seien die Schwere und Form der Infektion, die Frage, ob der Patient zu einer Risikogruppe gehört und die lokale Resistenzlage. Heißt: Er empfiehlt eine sehr sorgfältige, individuelle Wahl der Therapieform – in der Praxis allerdings sei vielfach eine breite Standardbehandlung gang und gebe.


Fortschritte in der Hepatitis-C-Behandlung

Multiresistenzen also als große Gefahr der Zukunft auf der einen Seite, jedoch auch jede Menge Fortschritte auf der anderen. Dafür ein Blick auf die Hepatitis-C-Behandlung, denn hier  überstürzen sich seit Beginn des Jahres die Ereignisse, eine Studie jagt die nächste, mehrere neue Medikamente zur Behandlung der chronischen Erkrankung wurden bereits und werden wohl bis 2016 noch zugelassen.  Experten wie der Hannoveraner Gastroenterologe Professor Dr. Heiner Wedemeyer gehen davon aus, dass sich die Therapie in den kommenden Jahren grundlegend verändern wird. „Der Hepatitis-C-Virus könnte bis 2025 in Deutschland weitestgehend eliminiert werden, wenn entsprechend behandelt wird“, so seine Prognose und Hoffnung. Auch wenn dies nicht der Fall sein sollte: Einfacher, kürzer und verträglicher dürfte die Behandlung für eine dauerhafte Heilung auf jeden Fall werden.


HIV: Schläferzellen verbleiben im Körper

Während das eine Virus medial präsent ist, ist es um ein anderes in den letzten Jahren wesentlich ruhiger geworden. Die Rede ist von HIV – also jenem Virus, das unbehandelt nach einem gewissen Zeitraum zu AIDS führt. Das muss längst nicht mehr sein, laut dem Münchner Mediziner Professor Dr. Johannes Bogner wird bei mehr als 90 Prozent der Infizierten das Therapieziel erreicht, die Verträglichkeit der Behandlung ist heute sehr gut und die Lebenserwartung der Patienten normalisiert sich. Eine komplette Heilung ist allerdings bis dato nicht möglich, heißt: Zu Beginn der Therapie geht die Viruslast laut Bogner rasant nach unten, Schläferzellen aber verbleiben im Körper. An Wegen zur kompletten Heilung wird intensiv geforscht. Dass Menschen immer noch an Aids sterben, liegt in der Regel daran, dass sich Patienten zu spät erst behandeln lassen, sprich wenn das Immunsystem bereits stark geschwächt ist.  



Mediziner schlagen in Sachen Syphilis Alarm

Dabei ist Aids bei weitem nicht die einzige Infektionskrankheit, die über sexuelle Kontakte übertragen wird. Gerade mit Blick auf Syphilis schlagen Mediziner Alarm, denn seit 2009 steigt die Zahl der Infektionen stetig – wohl auch, weil Aids heute seinen Schrecken verloren und wieder sorgloser mit dem Thema ungeschützter Geschlechtsverkehr umgegangen wird.  Während 2009 gut 2700 Erkrankungen in Deutschland registriert wurden, waren es 2013 mehr als 5000. Die Krankheit verläuft dabei in Schüben – erst nach drei bis fünf Jahren greift der Erreger Knochen, Gelenke und Organe an bis hin zu Lähmungen. Vor allem betroffen sind laut der Dresdener Dermatologin Dr. Petra Spornraft-Ragaller Männer zwischen 30 und 39 Jahren, die sexuelle Kontakte zu Männern hatten.


Schutzimpfungen gegen Grippe, Masern oder Mumps

Sicherste Maßnahme gegen manchen Virus bleibt die Prävention. Während dies bei Aids oder Syphilis der geschützte Geschlechtsverkehr ist, hilft bei anderen Krankheiten eine entsprechende Impfung. Die so genannte Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt diese in Deutschland, die Bundesländer setzen die Empfehlungen dann föderal um.  Das allerdings bewirkt, dass in Sachsen zum Beispiel eine Grippeschutzimpfung für alle Personen empfohlen wird, in Bayern indes nur für Risikogruppen. Andere Impfungen, so will man meinen, sind überall Standard, etwa die Schutzimpfungen gegen Mumps oder Masern. Trotzdem kam es 2010 zu einem Mumpsausbruch in Deutschland und erst 2013 zu einer Welle an Masernerkrankungen, denn: In Deutschland gibt es keine Impfpflicht. Hinzu kommen laut dem Regensburger Mediziner Professor Dr. Salzberger Impflücken: In den 70er Jahren wurde die Masernimpfung in Deutschland eingeführt und bis zum Jahr 2000 als einmalige Impfung empfohlen. Inzwischen gehen Ärzte aber davon aus, dass nur eine zweimalige Impfung für vollen Schutz sorgt.  


Der Artikel  wurde unter anderem im Magazin „Gesundheit!“ veröffentlicht.

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