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Röntgenstrahlen und Playmobilmännchen
Zum Tag der Erfinder ein Blick auf Forscher und Tüftler aus Franken


Von Michaela Schneider
Franken
Das Playmobilmännchen, die Rücktrittbremse am Fahrrad und die Sonnen-Sicht-Brille haben etwas gemein. Klingt erstaunlich, ist aber so. Alle drei Erfindungen machten in älterer oder jüngerer Zeit clevere Franken. Und taucht man ein bisschen tiefer ein in die  Geschichte der neugierigen Forscher und Tüftler aus der Region, begegnet man wesentlich mehr klugen, fränkischen Köpfen.  Seit einem Jahrzehnt ruft jedes Jahr zum 9. November eine private Initiative den Tag der Erfinder aus, um an die Erfinder der Vergangenheit zu erinnern und den Tüftlern heute gebührenden Respekt zu zollen.  Denn letztlich nimmt jeder menschengemachte Gegenstand seinen Anfang in der Idee. Hierfür einige Beispiele aus Franken.

Als erstes ein Abstecher ins ausklingende Mittelalter in die Stube des Tuchhändlers und Ritters Martin Behaim nach Nürnberg. Behaim ist eigentlich kein Franke, sondern aus Portugal über die Niederlande in die Handelsstadt gereist. Und das reiche Nürnberg ist in jenen Tagen an neuen Handelswegen hochinteressiert. Und so lässt der Portugiese im ausklingenden 15. Jahrhundert für den Rat der Stadt den so genannten Erdapfel anfertigen – und der soll als ältester Globus der Welt in die Geschichte eingehen. Noch ein zweiter Nürnberger schreibt in jenen Tagen Tüftlerhistorie: Dem Schlossermeister Peter Henlein wird die Erfindung  der am Körper tragbaren Uhr zugeschrieben wie auch die Entwicklung des Uhrwerkantriebs durch eine Spiralfeder. Henleins erste Taschenuhren laufen immerhin 40 Stunden, ehe sie wieder aufgezogen werden müssen.

Zeit- und Ortswechsel, und zwar ins unterfränkische Karlstadt. Hier werkelt im 17. Jahrhundert der Apotheker und Alchemist Johann Rudolph Glauber. Er entwickelte jede Menge neue, technische Verfahren, um Chemikalien wie Salpeter- und Schwefelsäure, Salzsäure und Natriumsulfat zu gewinnen. Kein Wunder also, dass Glauber heute als Begründer der modernen Chemieindustrie gilt.


Eine Erfindung, die in kurzer Zeit weltweit für Furore sorgt und bis heute manche Großmutter brüskiert, gelingt im 19. Jahrhundert einem jungen Mann aus Buttenheim bei Bamberg. Der wandert allerdings zunächst einmal mit Mutter und Geschwistern nach New York aus, um den judenfeindlichen Gesetzen in Bayern zu entkommen. Der junge Löb nennt sich in Levi Strauß um, steigt ins Textilgeschäft ein, erfindet strapazierfähige Hosen für Goldgräber und färbt den Stoff nach einer Weile Indigoblau. Die Blue Jeans ist geboren und heiß geliebtes, modisches Kleidungsstück ganzer Generationen bis heute.

Der eine Erfinder verlässt die Heimat, der andere kommt nach Franken, um Weltveränderndes zu entdecken – und zwar zufällig. Am 8. November 1895 experimentiert Wilhelm Carl Röntgen mit einer Hittorfröhre. Plötzlich beginnt ein beschichtetes Papier zu leuchten. Die X-Rays oder Röntgenstrahlen sind entdeckt und revolutionieren vor allem die medizinische Diagnostik, aber auch die Erforschung des Mikrokosmos und des Weltalls.


Ernst Sachs, ein zugezogener Schweinfurter, erfindet die Freilaufnabe mit Rücktrittbremse am Fahrrad und sorgt für mehr Verkehrssicherheit auf den Straßen. Carl von Linde aus dem Landkreis Kulmbach entwickelt wesentliche Grundlagen der modernen Kältetechnik. So ist es für uns heute selbstverständlich, dass Lebensmittel im Kühlschrank wunderbar frisch bleiben. Oskar Rosenfelder aus Nürnberg erfindet ein gefaltetes, nasenfreundliches Papiertuch zum Schnäuzen und Wegwerfen, das heute jeder als „Tempo“ kennt. Adi Dassler aus Herzogenaurach lässt mehr als 700 Patente eintragen und gilt unter anderem als der Erfinder verschiedener Sportschuhe sowie der Schraubstollen an Fußballschuhen. Horst Brandstätter aus Zirndorf, oder auch „Herr Playmobil“, revolutioniert mit kleinen, beweglichen Plastikmännchen im lustigen Indianer-, Bauarbeiter oder Piraten-Outfit die Spielzeugindustrie. Und nur ein knappes Vierteljahrhundert ist es her, dass der Würzburger Klaus Hünig Sonnen-Sicht-Brillen mit dem Lichtschutzfaktor 100000 entwickelt – und die guten Stücke zur Sonnenfinsternis im August 1999 17 Millionen Mal verkauft.


Mit einer Legende, so weh dies den Franken auch tun mag, muss am Schluss allerdings aufgeräumt werden. Denn im ständigen Streit, wer denn nun die Bratwurst erfunden habe, liegen die Thüringer den Nürnbergern nach aktuellem Stand der Forschung mehrere Nasenlängen voraus. Im Jahr 1404 macht der Vogt im Jungfrauenkloster in Arnstadt einen Eintrag ins Kassenbuch und erwähnt das leckere Würstchen. Der erste Nürnberger Beleg indes ist fast 200 Jahre jünger.

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Der Artikel  ist unter anderem  im Main Echo erschienen.