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Energiegeladener Tanzabend im Müllheizkraftwerk
„Würzburg tanzt… mit Energie“ präsentiert regionale, aber
auch international renommierte Künstler im ungewöhnlichen Ambiente


Von Michaela Schneider

Würzburg Normalerweise wird in der großen Halle im Müllheizkraftwerk in Würzburgs Gattinger Straße Hausmüll angeliefert. An diesem Abend erinnert daran weg. Tänzer und Akrobaten aus der Region und der Welt geben sich hier mit Unterfrankens tanzbegeistertem Publikum ein Stelldichein. Eine Gemeinsamkeit zwischen Müllheizkraftwerk und der Kulturshow ist dabei offensichtlich: Energie wird auch an diesem Abend jede Menge frei gesetzt – wenn auch nicht im Verbrennungsofen, sondern auf der Bühne. Und so steht das Kulturevent an dem ungewöhnlichen Veranstaltungsort passend unter dem Motto „Würzburg tanzt… mit Energie“. Dabei ist das Spektakel im Müllheizkraftwerk nur ein Baustein des Festivals „Würzburg tanzt fantastisch!“ des Vereins „Runder Tisch Tanz Würzburg/Mainfranken e.V.“ Insgesamt fünf Tage lang dreht sich in der Bischofsstadt am Main noch bis Montag alles rund ums Thema Tanz – von ganz klassisch bis experimentell.


Der Reiz im Müllheizkraftwerk: Zum einen natürlich die außergewöhnliche Location, die die Künstler wunderbar ins Programm integrieren, denn nicht nur die Bühne wird betanzt. Mehrfach fordern die beiden Festivalorganisatoren Anna Vita, Ballettdirektorin am Mainfranken Theater, und der Gelsenkirchener Dramaturg Dirk Elwert das Publikum auf, sich von der Bühne abzuwenden. Da schwingt der Vertikalartist Moritz Haase etwa an roten Bändern über den Köpfen des Publikums und selbst der Hof des Müllheizkraftwerks wird mit einer Feuershow ins Spektakel integriert.


Noch ein weiterer Aspekt gibt der Tanzveranstaltung besonderen Charme: Anna Vita und Dirk Elwert haben regionale wie auch international erfolgreiche Künstler zu dem Spektakel geladen. Gerade für den Tanznachwuchs aus Würzburg wie das Nana Ensemble des Grünewald-Gymnasiums eine drastische Herausforderung – könnte man meinen. Doch vor allem den Schülern gelingt es, mit ehrlicher Begeisterung an Bewegung und Ausdruck, das Publikum für sich zu gewinnen. Sehr passend im Müllheizkraftwerk: die Choreographie. Stufenweise bauen die Mädchen und ein männlicher Tänzer Spannung auf, erreichen zuckend ein Höchstmaß an Energie, ehe sie diese im Abschluss-Rock’n’Roll temporeich entladen.  Sehr schön zudem: Das Tanzspektakel dient auch Kaleidoskop ganz unterschiedlicher Tanzstile: Da beschreiben Todoroki Wadaiko aus Würzburg mit japanischer Trommelkunst die ausgelassene, fröhliche Stimmung eines Straßenfestivals in China; Die Breakdancer von „Dance Encore“ kombinieren Straßentanz mit akrobatischen Höchstleistungen und Vertikalartist Moritz Haase „tanzt“ in luftiger Höhe.


Vielleicht die originellste Choreographie des Abends präsentiert die in Würzburg geborene Künstlerin Janina Bobrowski: Sie fesselt zunächst mit meditativen Worten, fragt sich: Wie lange bleibt eine Tänzerin, die sich nicht bewegt, fürs Publikum wohl interessant? Und dann bewegt sie sich doch, wie ein pulsierendes Nichts bäumt sich ihr Körper auf, fällt wieder in sich zusammen. Zu ihrem Tanz ertönen Worte: Biografisches, Witziges und überaus Individuelles. Denn Janina Bobrowski will mit ihrer Choreografie der Frage nachgehen: Wie authentisch kann eine Performerin sein? Sehr authentisch, will man ihr am Ende zurufen.


Und auch die Münchnerin Katja Wachter begeistert das Publikum mit einem Solostück - übrigens eigens fürs Tanzfestival Würzburg kreiert: Vom kriechenden, fauchenden Tier verwandelt sie sich Stück für Stück in einer technisierten Welt in ein roboterhaftes, vom Handyklingeln gesteuertes Mensch-Maschine-Wesen. Am sinnlichsten wird der Abend, als das italienische Tänzer- und Choreografenduo „Compagnie Cuencalauro“ die Bühne betritt: Mal eng umschlungen, Körper an Körper, mal gehetzt bis hin zur Ekstase begeistern die beiden mit leidenschaftlicher Ausdrucksstärke.


Gleich zweimal erlebt das Publikum bei „Würzburg tanzt… mit Energie“ den Künstler Shang-Chi Sun. Einfach erweist sich sein Solo „Travers“ fürs Publikum nicht, das ständige Hubschrauberknattern vom Band bohrt sich in die Zuschauerköpfe. Und trotzdem hat das Bühnenstück etwas Hypnotisierendes: Mit extremer Präzision und bohrendem Blick, Kampfsportbewegungen und einer sehr speziellen Körpersprache schlägt der in Taiwan geborene Tänzer die Brücke zwischen Ost und West. In seiner zweiten Arbeit holt er sich mit den beiden Tänzern David Essing und Martyin Garside männliche Verstärkung auf die Bühne. Drei Männer - mal lehnen sie fast meditativ aneinander, dann wieder kämpfen, ja selbst beißen sie. Sinnliche und kraftstrotzende Bewegungen, Vertrauen und Provokation.


Eine Performance, die fesselt – wie auch der energiegeladene Tanzfestivalabend selbst in seiner künstlerischen Vielfalt, inklusive Mut zum Experiment.

Der Artikel  ist unter anderem  im  Main-Echo erschienen.

Akrobatik und Tanz in ungewöhnlicher Kulisse im Würzburger Müllheizkraftwerk.


Fotos: Michaela Schneider

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