Ich schreibe für Sie!
Guten Tag!. Journalismus. Schwerpunkte. Pressetexte. Fotografie. Schöne Literatur. Veröffentlichungen. Kontakt. Michaela Schneider - Freie Journalistin in Würzburg
Hier finden Sie eine Auswahl
an Verlagen und Agenturen,
für die ich schreibe:

Impressum

Meine AGB

Nürnberger Nachrichten

Franken.Das Magazin für Land und Leute

Behinderte Menschen

Porter & Pin

Publik Forum

Oper & Tanz

Die deutsche Bühne

Main-Echo

Opernnetz

Griaß di’ Allgäu

Schönes Schwaben

Journalismus

Pressetexte

Fotografie


Kurzgeschichten

                                          Chroniken


Auf Facebook posten
Auf Twitter posten
Auf Google Lesezeichen posten
Per E-Mail senden

House-Musik und Harfenklang
Mit dem Crossover-Projekt „Electronic Classic“ betritt das Philharmonische Orchester
Würzburg Neuland und wird mit dem in der Szene bekannten Acid Pauli auf der Theaterbühne stehen


Von Michaela Schneider
Würzburg  
DJ trifft Philharmonie: Crossover-Konzertprojekte sind fürs Philharmonische Orchester Würzburg kein Neuland Generalmusikdirektor Enrico Calesso fremden Boden. Unter dem Motto „Electronic Classic“ werden sie auf der Bühne des. Und trotzdem betreten die Musiker am 11. und 12. Dezember gemeinsam mit Mainfranken Theaters in Würzburg mit dem Wahl-Berliner Martin Gretschmann zusammentreffen. In der Szene ist dieser allerdings besser bekannt als Acid Pauli, legt international in Clubs auf und bewegt sich mit seinen Kompositionen zwischen Techno, House und Experimental. Generalmusikdirektor Enrico spricht im Interview über die Idee hinter und die Vorbereitungen zu dem ungewöhnlichen Projekt.


Techno und Klassik – wie sind Sie auf diese ungewöhnliche Idee gekommen?

Enrico Calesso: Uns fällt es mit reiner Klassik schwer, 20- bis 40-Jährige zu erreichen. Doch setzen wir alles daran, dies zu ändern. Zum Beispiel, indem wir mit Orchestermusikern in die Schulen gehen oder indem wir mit unseren Babykonzerten Eltern und Kindern gemeinsame Konzerterlebnisse ermöglichen. Mit „Electronic  Classic“ wollen wir nun gezielt junge Leute erreichen, die Klassik allein nicht anspricht. Das ist unglaublich wichtig, denn ich frage mich oft: Was geschieht mit der klassischen Musik, wenn wir es nicht schaffen, das kulturelle Erbe weiterzutragen?


Woran liegt`s, dass man mit klassischer Musik Teile einer ganzen Generation nicht mehr erreicht?

Calesso: Ich habe nicht das Gefühl, dass klassische Musik der neuen Generation grundsätzlich nicht gefällt. Sie wird auf dem Gebiet jedoch oft allein gelassen und kennt das Angebot schlichtweg nicht. Ich habe das in meiner Kindheit – wohl gemerkt im Opernland Italien - selbst erfahren. Unter Gleichaltrigen stand ich mit meinem Klassikinteresse so gut wie allein da. Diese Generation ist nur noch schwer zu erreichen. Umso wichtiger ist es, junge Leute so früh wie möglich mit Klassik in Kontakt zu bringen – zum Beispiel mittels Crossover-Projekten wie „Electronic Classic“. Ein Szene-Star wie Acid Pauli ist hierfür ein gutes Zugpferd. Denn noch ein Aspekt kommt hinzu: Klassik braucht das Live-Erlebnis, um zu begeistern – und das ist in der YouTube-Generation heute nicht mehr selbstverständlich.   


Wie wird der Konzertabend aussehen?

Calesso: Im ersten Programmteil starten wir mit einem lateinamerikanischen Werk von Marquez, das das Publikum als symphonisches Tanzstück erleben wird. Eigentlich drehen sich nebenbei den ganzen Abend über die Werke ums Thema Tanz. In John Adams „Chairman Dances“ werden wir mit dem Orchester verschiedene rhythmische Mittel unserer Zeit herausarbeiten. Und mit „November Morning“ von Martin Stimming erfahren die Zuhörer, wie Techno-Musik in rein symphonischer Ausstattung klingt. Für den zweiten Teil haben wir Kompositionen von Acid Pauli fürs Orchester arrangiert. Es soll ein Dialog entstehen, aber nicht als Kontrast. Elektronik und Orchester sollen eine Klangeinheit bilden.  


Wie arrangiert man Techno fürs Orchester?

Calesso: Unsere musikalische Abteilung schreibt noch an der Partitur. Wie das Ganze dann auf der Bühne klingen und wirken wird, kann ich noch nicht genau sagen, ich mache so etwas selbst zum ersten Mal. Ich bin sehr gespannt – es wird auf jeden Fall aufregend. Eine Herausforderung wird das sorgfältige Austarieren verstärkter und unverstärkter Elemente sein.  Was vom Orchester abverlangt wird, ist sehr konsequent und spieltechnisch einfach, Stichwort Minimalismus. House-Musik arbeitet statt mit Melodie mit suggestiven Hörsignalen und einer ganz präsenten Stimmung. Diese zu transportieren und entsprechende Klangereignisse mit dem Orchester zu erzeugen, wird die zweite große Herausforderung sein. Erzeugen können wir diese Stimmungen durch Harfe, Pizzicati oder Bläserklänge, um nur  einige Beispiele zu nennen.

Der Artikel  ist unter anderem  iin den Fränkischen Nachrichten erschienen.

Bereitet sich in der Technikabteilung aufs Crossover-Konzertprojekt vor: Generalmusikdirektor Enrico Calesso.


Foto: Michaela Schneider


Infokasten: Über das Konzert „Electronic Classic“


Das Konzert „Electronic Classic“ mit dem Philharmonischen Orchester Würzburg und Acid Pauli im Mainfranken Theater beginnt am 11. und 12. Dezember jeweils um 20 Uhr. Im Anschluss steigt am 11. Dezember in der „MS Zufriedenheit“ im Alten Hafen eine Aftershow Party und am 12. Dezember im Kurt & Komisch in der Sanderstraße. Für Konzertbesucher ist der Eintritt zur Party am jeweiligen Abend inklusive. Karten für „Electronic Classic“ gibt es unter www.theaterwuerzburg.de