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Eissportzentrum für die Zukunft gut aufgestellt

 

Von Michaela Schneider

Oberstdorf Oberstdorfs Eissportzentrum ist gut gerüstet für die Zukunft: Mehr als zwei Millionen Euro sind in den vergangenen zwei Jahren in die Sanierung der Anlage geflossen. 2012 war zunächst die Kältetechnik erneuert worden und sorgt nun in den drei Eishallen für frostige Bodentemperaturen. Aus kalt wird warm - mit der neuen Technik setzt die Kommune zudem auf energetische Einsparungen inklusive niedrigerer Betriebskosten: Mit der Abwärme der Kältetechnik können in Zukunft rund 75 Prozent der Hallen geheizt werden. Heuer folgten die Sanierung der Heizungsanlage und der Tiefgarage sowie der Einbau eines Blockheizkraftwerks – die Arbeiten sind inzwischen so gut wie abgeschlossen.

 

Weshalb Sanierungsarbeiten in so großem Umfang im Eissportzentrum nötig waren, erklärt ein Blick in die Oberstdorfer Historie:  Eissport hat hier Tradition. Ende 1968 wurde das erste Eisstadion eröffnet. Rasch erlangte Oberstdorf als Profi-Trainingsstätte einen guten Ruf. Das Eissportzentrum wuchs, 1977 und 1981 entstanden zwei weitere Eishallen. Eine Tradition auf die Oberstdorf stolz sein kann, die aber die Kommune im neuen Jahrtausend an den Rande des finanziell Möglichen brachte, denn: Die Technik im Eisstadion hatte mittlerweile mehr als 30 Jahre auf dem Buckel, ständig drohten Defekte, Ersatzteile waren kaum mehr zu bekommen.

 

Kritisch wurde die Lage, als dann das Damoklesschwert der Prädikatsaberkennung über der Marktgemeinde schwebte, denn ohne den Titel „Bundesstützpunkt“ wäre Oberstdorf bei der Finanzierung der Sportstätte nahezu auf sich allein gestellt gewesen. Land und Kommune einigten sich auf ein Abschmelzmodell, die Zuschüsse sollten von 2006 bis 2010 schrittweise zurückgefahren werden. Damit stand Oberstdorf vor der Wahl, sich entweder zeitnah ganz von seiner Eissport-Tradition zu verabschieden oder viel Geld in die Hand zu nehmen, um die Anlage aus eigenen Mitteln zukunftsfit zu machen.

 

Finanzmittel in diesem Umfang fehlten zwar, der Wille zum Erhalt blieb trotzdem – schließlich ist das Eissportzentrum nicht nur aus leistungssportlicher Sicht bedeutend für die Kommune, sondern auch ein wichtiger, ganzjähriger touristischer Faktor: Oberstdorf-Gäste können hier den Profis beim Training zuschauen, selbst übers Eis gleiten, Eisstockschießen oder einen Curlingkurs belegen.  

 

So ließ sich das Team der Sportstätten auch mit der Prädikatsaberkennung 2006 nicht entmutigen und kämpfte unermüdlich weiter für „sein“ Eissportzentrum. Es führte unzählige Gespräche mit Deutscher Eislaufunion, Land und Bund und entwickelte ein Drei-Säulen-Modell: Durch ein verbessertes Marketing sollte mehr Trainingsbetrieb generiert werden, zusätzliche gewinnbringende Großveranstaltungen sollten die Einnahmen steigern. Vor allem aber setzte man alles daran, die verlorenen Prädikate wiederzuerlangen.

 

Und tatsächlich darf sich Oberstdorf seit 2011 auf zunächst vier Jahre wieder „Bundesstützpunkt“ nennen. Ausschlaggebend für den Status ist die Anzahl der Kadersportler vor Ort, inzwischen trainieren hier wieder 21 Bundeskaderathleten im Eiskunstlauf, darunter Spitzensportler wie das Eislaufpaar Nelli Zhiganshina und Alexander Gaszi. Hinzu kommen Sportler im Landeskader und zahlreiche Nachwuchstalente aus den eigenen Oberstdorfer Reihen. Drei weitere Kaderathleten trainieren am Bundesstützpunkt Curling.  

 

Mit dem Prädikat einher geht eine vierjährige Förderung durch Bund und Land. Die Kommune  ergriff die Chance zur Sanierung der technischen Anlagen: Von den gut zwei Millionen Euro muss Oberstdorf – wenn auch immer noch ein Kraftakt - nun nur ein Drittel schultern.

 

Und wie steht es um die Zukunft des Eissports? Die Sportstätten setzen alles daran, das Prädikat „Bundestützpunkt“ zu erhalten. Auch das verbesserte Marketing trägt Früchte: Von 2005 bis 2013 konnten die Einnahmen aus dem Trainingsbetrieb von 160000 auf 300000 Euro fast verdoppelt werden.  Dabei baut man bewusst auch auf private Trainingslager, denn Ereignisse wie das seit zehn Jahren stattfindende Ice-Dome-Trainingscamp sind nicht nur gewinnbringend und sorgen für ein Stück weit mehr Oberstdorfer Bekanntheit in aller Welt, sondern bedeuten auch für den Ort selbst direkte zusätzliche Wertschöpfung. In Zahlen: Bei den Sportstätten geht man pro Jahr von 70000 Übernachtungen durch den Eissport-Trainingsbetrieb und etwa neun Millionen Euro Mehreinnahmen für Oberstdorf aus.

 

Und auch das dritte Standbein, publikumswirksame Großveranstaltungen, wurde weiter ausgebaut. Zu Traditionellem wie der alljährlichen Eisgala am Jahresende sind neue Aktionen hinzugekommen. So wird sich das Eissportzentrum zum Beispiel schon am 16. August bei der Show „Musicals on Ice“ in eine bunte, eisgekühlte Theaterbühne verwandeln.

Der Artikel ist im Oberstdorf`r erschienen.