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Humoriges Verwirrspiel im Grandhotel
Regisseurin Helga Hartmann reichert in guter Spessartgrottenmanier  Erich Kästners Komödie
„Drei Männer im Schnee“ um Ohrwurmschlager an und liefert spaßige Unterhaltung zum Zurücklehnen


Von Michaela Schneider
Langenprozelten
Er habe vergessen wie die armen Menschen sind, sagt der Geheimrat und Millionär Tobler. Was also tun? Ganz klar: Beim Preisausschreiben der eigenen Firma einen Luxusurlaub im Grandhotel gewinnen und in den Anzug des armen Schluckers schlüpfen.  Erich Kästners Komödie „Drei Männer im Schnee“ aus dem Jahr 1934 hält jede Menge humorige Verwechslungen bereit, ein Fünkchen Gesellschaftskritik und Moral sowie feinhumorigen Wortwitz.  Die bekannte österreichische Verfilmung aus dem Jahr 1955 orientierte sich dabei einst eng an der Literaturvorlage. Kein Wunder, denn auch das Drehbuch stammte aus Erich Kästners Feder.


Ein bisschen anders sieht`s derzeit in der Spessartgrotte im Gemündener Ortsteil Langenprozelten aus. Denn Regisseurin Helga Hartmann wählt lieber den ganz typischen Spessartgrottenweg: Die Handlung von „Drei Männer im Schnee“ wird ein bisschen gestrafft, die Inszenierung stattdessen um Ohrwurm-Schlager wie „Ein Freund, ein guter Freund“, „Schöner fremder Mann“ oder „Kauf dir einen bunten Luftballon“ sowie um nette Choreographien angereichert.


Die Handlung in Kürze: Der reiche Geheimrat Tobler (Theo Gündling) ist als armer Schlucker verkleidet unterwegs ins Grandhotel. Mitkommen muss sein Diener Johann (Michel Schäfer) – allerdings im Anzug des Steinreichen. Tochter Hilde (Selma Kirschner) macht sich indes Sorgen um den Papa und informiert Portier Polter (Timo Dassinger) und Hoteldirektorin Kühne (Anne Liebisch). Die Beiden halten jedoch den anderen Gewinner des Preisausschreibens, Marketingfachmann Dr. Fritz Hagedorn (Paul Seeger), für den Millionär inkognito. Ein heiteres Spiel aus Verwechslungen, Wirrungen und Irrungen ist vorprogrammiert – und eine sich anbahnende, warmherzige Freundschaft zwischen drei sehr unterschiedlichen Männern.


Drei sehr unterschiedlichen Männern, bei denen schauspielerisch vor allem Michel Schäfer heraussticht. In seiner brettgeraden Butlerhaltung, mit hochgerecktem Kopf und schockiert hochgezogener Augenbraue scheint die Rolle auf ihn maßgeschneidert. Und tatsächlich gelingt es ihm als einzigem, den feinen Wortwitz mit so herrlich veraltetem Vokabular wie der „pekuniärem Entschädigung“ der „Drei Männer im Schnee“ herauszuarbeiten. Paul Seeger wirkt schauspielerisch zunächst ein wenig steif, gewinnt aber im Laufe des Abends an Lockerheit. Theo Gündling fehlt am Premierenabend ein Stück Textsicherheit, das verzeiht man ihm aber spätestens nach seinem Ständchen „Ich brech die Herzen der stolzesten Frauen“ für Hausdame Frau Kunkel.


Übrigens nicht zuletzt, weil gerade auch Iris Katzer in dieser Szene eine herrliche Show abliefert, das Näschen verzückt rümpft und vor sich hin seufzt. Die zweite Frau, die den Premierenabend wunderbar bereichert, ist Astrid Andresen. Sie zickt als exzentrische Frau Casparius ganz göttlich das Hotelpersonal an. Sie haucht erotisch, verführt auf Teufel komm raus und schmeißt sich - im wahrsten Sinne des Wortes an den – angeblichen Millionär heran.  Zudem schlüpft sie in die Slapstick-Rolle des Pagen, gibt ihm mit aufgerissenen Augen und überzogenen Gesten fast comichaften Charakter.    


Viel Mühe gegeben hat sich das Spessartgrottenteam auch mit dem Bühnenbild. Auf engstem Raum haben Helga und Andy Hartmann Hotelrezeption mit Foyer, ein Dachkämmerchen, Bergpanorama und eine Skipiste platziert und dafür Bühnenmaler Hartwig Kolb mit ins Boot – Pardon,  auf die Skipiste - geholt. Auch die Kostüme sind reizend, ob die hübschen Petticoat-Kleider der Damen, das nostalgische Skikostüm mit Knickerbockern von Diener Johann oder die Kostümchen beim Lumpenball.  


Das Erfolgsrezept des kleinen Theaters in Langenprozelten geht wieder einmal auf, das Publikum applaudiert am Ende des Premierenabends begeistert - schließlich hat es bekommen, was es sich in der Spessartgrotte erhofft:  Eine nette Geschichte, Musik zum Mitsummen, etwas fürs Auge und spaßige Unterhaltung zum entspannten Zurücklehnen.


Dauer 140 Minuten (mit Pause); nächste Vorstellungen jeweils 19 Uhr: 27. Dezember, 6. März; jeweils 20 Uhr: 20. und 21., November, 5., 10. 26. und 31. Dezember, 5., 7., 8., 16. 23. 30. Januar, 6. und 13. Februar, 18. und 19. März,  2. und 23. April



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Der Artikel  ist unter anderem  im Main-Echo erschienen.

Die drei Männer im Schnee, von links Paul Seeger als Dr. Fritz Hagedorn, Theo Gündling als Geheimrat Tobler und Michel Schäfer als Diener Johann.

Fotos: Michaela Schneider



Foto: Michaela Schneider