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Römerspuren und ein U-Boot-Erfinder

Die Donau und mehr als 100 Seen prägen die Landschaft im Landkreis Dillingen, Ortschaften atmen Geschichte


Eine fürstbischöfliche Residenzstadt, die gerne auch als das „Schwäbische Rom“ bezeichnet wird, mehrere hundert Naturseen und ein zukunftsorientierter, zugleich jedoch traditionsbewusster Wirtschaftsstandort: Die Menschen im Landkreis Dillingen an der Donau sind – das belegt übrigens auch das Landkreis-Ranking 2014 des Magazins Focus - nicht von ungefähr sehr zufrieden. Touristisch profitiert die Region als Radel- und Wanderparadies vor allem von ihren naturräumlichen Gegebenheiten. Wirtschaftlich hat der Landkreis den Sprung vom einstmals reinen Agrarstandort zum Teil der Europäischen Metropolregionen München gepackt.


Der Landkreis Dillingen erstreckt sich über eine Fläche von 27 Quadratkilometern, gut 93000 Einwohner leben hier. Die Donau durchquert ihn von West nach Ost auf einer Länge von 27 Kilometern, im Donautal erstreckt sich eine unter Naturschutz gestellte Landschaft aus Auen und Wäldern. Im Norden grenzt das Gebiet an die Ausläufer der Schwäbischen Alb und im Süden an die ersten Hügel des Alpenvorlandes. Nicht von ungefähr wirbt die Tourismusregion Dillinger Land mit diesem Dreiklang aus weitem Donautal, steiniger Alp und voralpinen Hügeln. Noch prägender auf das Landschaftsbild wirkt sich jedoch das Thema Wasser aus: Knapp 100 Seen mit zusammen weit mehr als 2000 Hektar Fläche entstanden links und rechts der Donau einstmals durch Kiesabbau. In seiner heutigen Gestalt existiert der Landkreis Dillingen seit 1973,  seit der Gemeindegebietsreform im Jahr 1978 umfasst er noch 27 Städte, Märkte und Gemeinden.


Ein touristisches Schmankerl: Entdecken lässt sich die Region zu Fuß oder vom Fahrrad aus unter anderem während so genannter Lauschtouren. Dafür laden Gäste aufs Handy eine App herunter, an bestimmten Orten erzählen dann im Rahmen der Hörführungen Historiker, Stadtführer, Sagenkenner und selbst Klosterschwestern. Die Sagentour um den Goldberg, auf dem ein legendärer Goldschatz vergraben sein soll, und die Kneipptour auf der Spur des Wasserdoktors sind im Winter wie im Sommer begehbar. Sebastian Kneipp hatte einst in Dillingen Theologie studiert, war in dieser Zeit selbst erkrankt und hatte daraufhin seine weltbekannte Kneippkur entwickelt. So erklärt sich auch die im gesamten Landkreis bis heute außergewöhnliche Dichte an Kneippanlagen. Die Radtour „Auf der Via Danubia durchs Donautal“ auf Römerspuren bietet sich – anders als die wanderbaren Lauschtouren eher in der warmen Jahreszeit an. Doch auch ohne die Handyerzähler lässt sich die Region via Drahtessel erkunden: 13 regionale Routen mit Namen wie „Moor & Wasser“, Berg & Tal“  oder auch „Kunst, Kultur & Ried“ durchziehen das Dillinger Land ebenso wie verschiedene überregionale Radwege, allen voran der Donauradweg.


Im Landkreis versucht man übrigens bewusst einen gangbaren Weg zwischen touristischer Nutzung und  ökologischer Nachhaltigkeit zu gehen. „Wir wollen der Natur ihren Raum lassen“, sagt Tourismuschefin Angelika Tittl. Und so tummeln sich im Sommer auf der einen Seite Wakeboarder, Segler, Bootsfahrer und Badegäste im kühlen Nass, auf der anderen Seite kommen an stillen Naturseen gerade auch Vogelfreunde auf ihre Kosten: Vor allem am Faiminger Stausee sammeln sich im Hochwinter während langer Frostperioden gleichzeitig bis zu 500 Wasservögel und tummeln sich auf den letzten eisfreien Flächen. Selbst junge Seeadler lassen sich mit etwas Glück bei der Jagd beobachten.  


Natur auf der einen, Historie und Kultur auf der anderen Seite. Frühe archäologische Funde reichen hier bis in die Altsteinzeit zurück. Prägend wirkte sich 15 vor Christus der Einfall der Römer im Alpenvorland aus, denn die Eroberer bauten seinerzeit im Donautal zahlreiche Kastelle, um das Territorium zu sichern – unter anderem im bereits erwähnten heutigen Faimingen, einem Ortsteil von Lauingen. Der einstmals errichtete Tempel für den keltoromanischen Heilgott Apollo Grannus kann – in Teilen rekonstruiert – heute wieder besichtigt werden.


Im 10. Jahrhundert ließen sich dann – aus Wittislingen kommend – die späteren Grafen von Dillingen im Donautal nieder. Um ihre Burg entwickelte sich die heutige Kreisstadt Dillingen. Als das Geschlecht der Grafen von Dillingen ausstarb, fiel die Grafschaft ans Herzogtum Bayern. Die Stadt Dillingen gelangte 1258 als Schenkung zum Hochstift Bayern,  die Bischöfe von Augsburg erhoben sie im 15. Jahrhundert zur Residenzstadt. Den Spuren jener Zeit begegnen geschichtsinteressierte Gäste bis heute auf Schritt und Tritt: Etwa beim Besuch der stauferzeitlichen und später mehrfach erweiterten Dynastenburg, einer Besichtigung der verschiedenen Gotteshäuser oder einem Abstecher zum Alten Rathaus.  Nicht umsonst trägt die einstmals fürstbischöfliche Residenzstadt den inoffiziellen Titel „Schwäbisches Rom“.


Auch in anderen Städten der Region können Besucher Geschichte erleben – allen voran in Höchstädt.  Hier rangen im Spanischen Erbfolgekrieg im Jahr 1704 die Großmächte um die Vorherrschaft in Europa. Wer sich für Historie interessiert und jene Momente nacherleben will, in denen Bayern einen Moment lang dem Aufstieg zur Großmacht ins Auge blickte, kann die Dauerausstellung auf Schloss Höchstädt besuchen, um  anschließend zur Exkursion aufs historische Schlachtfeld zu starten.


Ebenso erzählen die Stauferstädte Gundelfingen und Lauingen aus früheren Jahrhunderten. Gundelfingen prägt bis heute ein mittelalterliches Stadtbild. In Lauingen ist – neben dem Apollo-Grannus-Tempel - ein Abstecher zum Rathaus Pflicht, der klassizistische Palazzo gilt als das vielleicht schönste Gebäude Schwabens.  Hat man die 256 Stufen auf den Schimmelturm gemeistert, wird man anschließend mit einem gigantischen Blick über das Dillinger Land belohnt. Zudem können Besucher in dem Städtchen auf der Spur des Universalgelehrten Albertus Magnus wandeln. Der wohl berühmteste Sohn Lauingens zählte zu Beginn des 13. Jahrhunderts zu den herausragenden Universalgenies. Getrieben von Forscherdrang und Wissensdurst war der Theologe, Philosoph und Naturforscher seiner Zeit weit voraus und bereiste fast das gesamte Mitteleuropa.  Nachhaltige Berühmtheit erlangte er vor allem auch dank seiner Kommentare zu den antiken Schriften des griechischen Philosophen Aristoteles. Und noch einer prominenten, wenn auch nicht ganz so bekannten Persönlichkeit kann man im Landkreis begegnen. In Dillingen erblickte im Jahr 1822 ein Mann namens Wilhelm Bauer das Licht der Welt – er gilt als der Erfinder des ersten U-Bootes. Im Stadt- und Hochstiftmuseum erinnert eine Ausstellung an den Visionär und in der Nähe seines Geburtshauses ein Brunnen.


Blick in die Gegenwart. Der einstmals klassisch landwirtschaftlich geprägte Landkreis hat den Wandel zum krisenfesten Wirtschaftsstandort längst bewältigt, ist heute Teil der Metropolregion  München (EMM) und infrastrukturell zudem an die Wirtschaftszentren Nürnberg, Stuttgart, Augsburg, Ingolstadt und Ulm angebunden. Er punktet mit einer Kombination aus Traditionsbewusstsein und Zukunftsorientierung.  Ein gutes Beispiel stellt der Gundelfinger Fassadenbauer Gardner dar. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts als Handwerksbetrieb gegründet, beschäftigt das Unternehmen heute rund 1300 Mitarbeiter und liefert High-Tech-Fassaden in alle Welt. Unternehmen wie die BSH Hausgeräte GmbH, die Same Deutz-Fahr Gruppe, die Systemhäuser Reitzner und Bissinger, die Creaton AG, das Versandhaus Erwin Müller Group oder etwa die Molkerei Gropper zählen ebenfalls zu den großen Wirtschaftsakteuren im Landkreis Dillingen, um einige Namen zu nennen.  Ansonsten zieht die Region ihre stabile Wirtschaftskraft aus mittelständischen Unternehmen, Handwerksbetrieben und – damit einhergehend – einer krisensicheren Branchenvielfalt.  


Vorreiter ist der Landkreis Dillingen übrigens in Sachen Energie. Die Chancen stehen gut, dass die Region bei einem weiteren Ausbau der regenerativen Energien als einer der ersten Landkreise Bayerns Energieautarkie erreichen könnte. Vorbildcharakter verbucht die Region zudem in Sachen Bildung. Unter dem Motto „Bildung schafft Zukunft“ sollen bis 2018 über neun Jahre 85 Millionen Euro investiert und die schulische ebenso wie die berufliche Bildung gefördert werden.      

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Der Artikel  ist unter anderem  in „Schönes Schwaben“ erschienen.