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Drei Millionen Euro fürs onkologische Spitzenzentrum
Comprehensive Cancer Center Mainfranken erhält erneut Zertifikat der Deutschen
Krebshilfe – 14 Einrichtungen von Bad Neustadt bis Bad Mergentheim und Aschaffenburg bis Coburg kooperieren


Von Michaela Schneider
Unterfranken/Würzburg
Das Comprehensive Cancer Center (CCC) bleibt eines von bundesweit 13 Onkologischen Spitzenzentren. Kürzlich erhielt es die Förderzusage der Deutschen Krebshilfe für weitere vier Jahre. Mit dem Zertifikat verbunden: Fördergelder für diesen Zeitraum in Höhe von drei Millionen Euro. Verliehen wird es an Zentren, die eine herausragende Patientenversorgung gewährleisten und die Krebsforschung voranbringen. Lobend hebt Gerd Nettekoven, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krebshilfe hervor: Das CCC steht nicht allein für eine bessere Versorgung der Krebspatienten in Würzburg, sondern in der gesamten Region Mainfranken. Das Universitätsklinikum Würzburg ist zwar einer der Hauptleistungsträger und der Organisationsmittelpunkt des CCC, kooperiert wird aber mit Kliniken, Fachärzten und Reha-Kliniken von Bad Neustadt bis Bad Mergentheim und von Aschaffenburg bis Coburg.


Wie diese Kooperation ganz konkret aussehen kann, skizziert Dr. Claudia Koch-Horn, Koordinatorin des Onkologischen Zentrums am Klinikum Aschaffenburg. „Wir sind zwar selbst sehr breit aufgestellt, haben aber mehr Optionen in Sachen Therapie“, so die Oberärztin. Ganz konkret nennt sie das Beispiel akute Leukämie. Zwar wird in Aschaffenburg therapiert, doch sind hier keine Knochenmarkstransplantationen möglich. Der große Vorteil für Patienten aus dem Raum Aschaffenburg: Sie können vor und nach der Transplantation wohnortnah behandelt werden. Hinzu kommt: Bei Bedarf werden Experten aus Würzburg per Telefon oder Computer zu Konferenzen zugeschaltet und auf sehr kurzem, schnellen Weg um Rat gefragt.


Tatsächlich betrachtet Professor Dr. Ralf Bargou, Direktor des CCC Mainfranken, die so genannten Tumorboards als eine ganz wesentliche Aufgabe des Zentrums. Dabei handelt es sich um interdisziplinäre Fallkonferenzen, alle beteiligten Fachärzte erarbeiten hier für jeden einzelnen Patienten die Diagnose sowie einen individuellen Therapieplan. Hier sieht er einen wesentlichen Erfolg des CCC seit Gründung im Jahr 2008. Denn während damals in Würzburg gerade einmal 700 Krebspatienten in interdisziplinären Fallkonferenzen besprochen wurden, sind es heute mehr als 5000; nimmt man die Partnerzentren in der Region hinzu sogar 10000. Und nicht nur Mediziner verschiedener Fachrichtungen arbeiten zusammen, bewusst eingebunden werden am CCC andere Berufsgruppen wie Psychologen oder Diätassistenten aber zum Beispiel auch Selbsthilfegruppen.  „Wir sind nah dran an den Patienten, sehen und kennen ihre Bedürfnisse und tragen diese ans CCC heran“, sagt exemplarisch Jana Lorenz-Eck, Vorsitzende der Würzburger Elterninitiative leukämie- und tumorkranker Kinder.


Mit dem groß angelegten Ansatz einher geht allerdings ein Finanzproblem, denn: Übergreifende Strukturen und interdisziplinäre Behandlungsteams sind im deutschen Gesundheitssystem bis dato so nicht vorgesehen. Immerhin zahlen die Krankenkassen seit vergangenem Jahr eine kleine Pauschale, diese deckt jedoch nur rund zehn Prozent der anfallenden Kosten. Das Geld der Deutschen Krebshilfe ist ein wichtiges Standbein für Onkologische Spitzenzentren, ein Defizit im Finanzierungssystem besteht laut Anja Simon, Kaufmännischer Direktorin des Universitätsklinikums Würzburg trotzdem. Sie spricht mit Blick aufs CCC Mainfranken von einem jährlichen Volumen von 2,4 Millionen Euro. Professor Christoph Reiners, Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums Würzburg, redet von einem „freiwilligen Mehraufwand für mehr Qualität“. Ein Problem, das auch mancher Politiker inzwischen sieht. „Ich bin der Meinung, dass wir uns in der Gesundheitspolitik umorientieren müssen“, sagt die bayerische Landtagspräsidentin Barbara Stamm – gerade auch mit Blick auf interdisziplinäre Ansätze und übergreifende Strukturen.


Keine ganze einfache Situation für die kleineren Partner innerhalb des CCC Mainfranken, entwickelt ein Haus wie das Universitätsklinikum zwangsläufig eine gewisse Sogwirkung auf die Patienten. „Wir sind letztendlich Wettbewerber auf dem Gesundheitsmarkt – um den Patient und um die beste Behandlung“, sagt Professor Wolfgang Scheppach, Sprecher der insgesamt 14 regionalen Partner des CCC Mainfranken. Trotzdem gelängen die Vernetzung der Häuser und eine gute medizinische Zusammenarbeit.


Und wie steht man am Klinikum Aschaffenburg zum Thema Konkurrenz? „Wir sehen uns in guter Kooperation mit Würzburg“, sagt Oberärztin Dr. Claudia Koch-Horn. „Das Klinikum Aschaffenburg ist so groß, dass wir ganz viele Behandlungsformen anbieten können, aber klein genug, um ein Gesicht zu behalten“, sagt sie. Am großen Universitätsklinikum Würzburg wurde deshalb übrigens ein Lotsensystem aufgebaut. Sobald ein Patient mit der Verdachts-Diagnose-Krebs ins Zentrum kommt, nimmt ein Lotse ihn gewissermaßen an die Hand und führt ihn durch den Angebotsdschungel von der Diagnose über die Therapie bis zur Nachsorge.

Freuen sich über die erneute Förderzusage der Deutschen Krebshilfe (von links): Professor Christoph Reiners, Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums Würzburg, Gerd Nettekoven, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krebshilfe, Landtagspräsidentin Barbara Stamm, Professor Martin Eilers, stellvertretender Direktor des CCC Mainfranken, Professor Ralf Bargou, Direktor des CCC Mainfranken und Professor Wolfgang Scheppach, Sprecher der kooperierenden Einrichtungen.

     

Foto: Michaela Schneider


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Der Artikel  ist unter anderem  im Main-Echo erschienen.

Infokasten: Forschung am CCC Mainfranken


Ein Aspekt, der das CCC Mainfranken zum Onkologischen Spitzenzentrum macht, ist die Forschung. „Krebserkrankungen werden durch Veränderungen am Erbgut ausgelöst. Wir können heute genau sagen, um welche Veränderungen es sich bei welcher Krebsform handelt. Das macht passgenaue neue Therapien möglich“, sagt Professor Martin Eilers, Leiter der Forschung am CCC Mainfranken. Experten sprechen von personalisierter Medizin, in Würzburg soll hier ein neuer Forschungsschwerpunkt etabliert werden. Klinische Forschungsprojekte beim Lungen- und Hautkrebs sowie bestimmten Blutkrebserkrankungen wurden bereits auf den Weg gebracht. Auch sind Ärzte des CCC federführend an der Entwicklung eines neuen Immuntherapie-Ansatzes zur Behandlung der akuten lymphatischen Leukämie beteiligt. Eine Chance für Patienten mit eigentlich unheilbaren Krebserkrankungen: Sie können in Würzburg an klinischen Studien teilnehmen und haben Zugang zu neuen Therapieansätzen und Medikamenten noch vor der Zulassung.