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„Würzburger Klang“ begeistert

Publikum und Expertenjury zeichnen das Philharmonische Orchester
Würzburg unter Generalmusikdirektor Enrico Calesso mit dem Theaterpreis Würzburg 2013 aus


Von Michaela Schneider

Würzburg Das Philharmonische Orchester Würzburg unter Generalmusikdirektor Enrico Calesso wurde vom Publikum mit dem Theaterpreis Würzburg 2013 ausgezeichnet. Die Ehrung wird heuer im 15. Jahr vergeben, außergewöhnlich ist: Noch nie wurde bisher eine Künstlergruppe ausgezeichnet, bis dato wurde der Preis immer an einzelne Personen verliehen. Datiert ist er mit 3000 Euro, verliehen wurde er jetzt beim Konzert zum Jahreswechsel im Mainfranken Theater. Im Interview spricht Generalmusikdirektor Enrico Calesso über die Auszeichnung selbst, über seine Arbeit und Erfolge mit dem Philharmonischen Orchester Würzburg und über weitere Pläne.


Herr Calesso, was bedeutet die Auszeichnung für Sie und das Philharmonische Orchester Würzburg?

Enrico Calesso: Für das Orchester ist das eine sehr hohe Anerkennung durchs Publikum. Aber es hat die Auszeichnung absolut verdient, denn: Die Musiker musizieren wirklich auf einem  sehr hohen, bemerkenswerten Niveau. Durch seine Leistungen in allen Sparten trägt es entscheidend zum Erfolg des Mainfranken Theaters. Auch für mich persönlich bedeutet der Theaterpreis große Freude. Zum ersten Mal ist nicht ein einzelner Künstler, sondern die Zusammenarbeit zwischen Menschen ausgezeichnet worden. Und genau darum geht es am Theater: Theater ist nur gut in der Vernetzung aller.



Sie arbeiten seit 2010 mit dem Philharmonischen Orchester  zusammen und haben ihre ganze eigene Note gesetzt. Das wertschätzt das Publikum. Was haben Sie anders gemacht als Ihre Vorgänger?

Calesso: Das kann ich nicht sagen, damals war ich nicht hier… (lacht). Was ich mit dem Orchester erreicht habe, liegt vor allem an den Musikern selbst. Sie haben mich als jungen Dirigenten sehr früh anerkannt und schnell positive Rückmeldung gegeben. Das Orchester lässt es zu, dass wir gemeinsam Experimente wagen und ist sehr offen und flexibel. Dieses Vertrauen gab und gibt auch mir persönlich ständig die Möglichkeit, mich weiterzuentwickeln.


Worauf legen Sie bei der täglichen Arbeit besonderen Wert?

Calesso: Als ich nach Würzburg kam, hatte ich sehr klare Vorstellungen, wohin ich mich mit dem Orchester entwickeln möchte. Wir müssen sehr flexibel sein und Musical, Wagner oder Philharmonische Konzerte zum Teil im täglichen Wechsel abrufen. Bei fast jeder Produktion sind nahezu alle Musiker dabei. Das heißt: Jeder muss alles können. Das verlangt enorme Flexibilität ab. Das Publikum erwartet vom Orchester, dass es in allen Bereichen stark auftritt. Mein Ziel war es deshalb, die stilistische Vielfältigkeit noch zu vertiefen.


Immer wieder hört man vom Publikum, dass das Orchester mit ihnen „anders“ klingt. Woran liegt`s?

Calesso: Wichtig ist es mir beim Musiktheater, sehr konsequente Klangbilder mit den Sängern, der Regie und dem  Orchester zu konzipieren. Und: Wenn wir den Tristan oder Lohengrin in Würzburg spielen, kann und soll das nicht wie in Bayreuth klingen. Die Akustik ist bei uns schlichtweg eine andere. Es ist nicht unsere Aufgabe, einen fremden Klang nachzuahmen, sondern stimmige akustische Verhältnisse zu schaffen, die zu unseren Rahmenbedingungen in Würzburg passen. Tatsächlich haben wir hier ähnliche Verhältnisse, wie sie zum Beispiel bei der Uraufführung des Tristan 1865 im Königlichen Hof- und Nationaltheater in München vorherrschten. Das heißt, wir konnten die Oper hier sehr authentisch zeigen. Ich höre von Experten immer wieder, dass sie Nuancen aus Partituren hören, die sie so noch nicht gehört haben. Das ist für das Orchester und mich ein sehr großes Kompliment. Ich versuche, mit dem Orchester einen eigenen Würzburger Klang zu erschaffen.


Sie sagen, der Theaterpreis spornt an, mit dem Orchester noch besser zu werden. Wo sehen Sie zum Beispiel unausgeschöpftes Potenzial?

Calesso: In erster Linie spielen die materiellen Bedingungen, das heißt die Theatersanierung, eine ganz große Rolle! Das Orchester hat keinen adäquaten Probenraum. Das Problem ist: Der Klang wird im Probenraum schlichtweg verfälscht. Ich muss diesen dann im Kopf umwandeln und sagen: Ich glaube, das ist gut so. Ob es das wirklich ist, wissen wir häufig erst bei den Generalproben. Dadurch haben wir Schwierigkeiten, Potenziale voll auszuschöpfen.


Welche Höhepunkte hat das Philharmonische Orchester Würzburg 2014 zu bieten?

Calesso: Ich persönlich freue mich vor alle auf die Oper Salome zum 150. Geburtstag von Richard Strauss. Das ist ein sehr anspruchsvolles Werk. Für den Dirigenten ist dabei die größte Herausforderung, die Balance zwischen Orchester und Bühne zu finden. Mich fasziniert an „Salome“ vor allem die künstlerische Aussage voller Kraft. Ein weiterer Höhepunkt dürfte die Jupiternacht mit Mozarts Jupiter-Symphonie als neue Abschlusszeremonie des Mozartfests werden. Zudem freue ich mich auf sehr gute Gast-Musiker. Es wird immer einfacher, großartige Solisten für unsere Konzerte zu gewinnen. Das zeigt, dass man auch in der Musikszene über uns spricht.


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Der Artikel  wurde unter anderem im Main-Echo veröffentlicht.

Infokasten: Über den Theaterpreis des Mainfranken Theaters


Der Theaterpreis des Mainfranken Theaters wird seit 1996 vergeben. Ausgezeichnet wurden seitdem Musiker, Tänzer und Schauspieler, aber zum Beispiel auch Chordirektor Markus Popp, Erster Kapellmeister Evan Christ oder Ballettdirektorin Anna Vita. Mehrere Wochen lang konnte das Theaterpublikum im Vorfeld der Preisvergabe Empfehlungen an den Theater- und Orchesterfördervereins des Mainfranken Theaters schicken.  Eine Jury aus Experten, Künstlern und Vertretern des Fördervereins und Theaters zeichnete für die letzte Entscheidung verantwortlich. Das Preisgeld beträgt 3000 Euro und wird von der Sparkasse Mainfranken zur Verfügung gestellt.

Infokasten: Zur Person Enrico Calesso


Enrico Calesso wurde im italienischen Treviso geboren. Er studierte Klavier in Venedig, parallel dazu schloss er 1998 sein Philosophiestudium mit Auszeichnung ab. Von 2000 bis 2005 besuchte er die Dirigierklasse von Professor Uroš Lajovic an der Universität Wien. Bereits während seiner Ausbildung wirkte er bei verschiedenen Opernproduktionen als musikalischer Assistent mit, unter anderem bei den Bregenzer Festspielen und den Wiener Festwochen. 2008 übernahm Calesso die musikalische Leitung der Oper Klosterneuburg bei Wien und war von 2007 bis 2010 am Theater Erfurt als Kapellmeister und Assistent des Generalmusikdirektors tätig. 2010 wechselte er als Erster Kapellmeister an das Mainfranken Theater Würzburg. Im Jahr darauf wurde er hier zum Generalmusikdirektor ernannt. Der heute 39-Jährige dirigierte bereits zahlreiche große Orchester wie die Wiener Symphoniker oder die Norddeutsche Philharmonie Rostock.