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Pflege für „kranke Christgläubige, Arme und Pilger“
„Bürgerspital zum Heiligen Geist“ feiert sein 700-jähriges Bestehen mit großem Jubiläumsprogramm


Von Michaela Schneider
Würzburg  
Die einen denken an eine soziale Einrichtung, die anderen an vorzüglichen Frankenwein. Beides ist richtig und eng mit dem Namen „Bürgerspital zum Heiligen Geist“ verknüpft. Heuer feiert die weit über Würzburg hinaus bekannte Stiftung ihr 700-jähriges Bestehen. Auf die Beine gestellt hat das Bürgerspital-Team deshalb ein buntes Jubiläumsprogramm, das Motto lautet "700 Jahre - und es geht weiter". Los geht es am 1. und 2. April mit dem ersten Kelterhallen-Weinfest inklusive Verkostungszone mit Weinen des neuen Jahrgangs. Das große Stiftungsfest steigt im Juni. Im Juli steht mit „Ein Widder mit Flügeln“ gar eine Schauspiel-Uraufführung in Kooperation mit dem Mainfranken Theater Würzburg auf dem Programm.


Doch vor dem Blick in Gegenwart und Zukunft, ein Blick in die Vergangenheit - und zwar ins Jahr 1316. Der Würzburger Patrizier Johannes von Steren und seine Frau Mergardis stiften in jenem Jahr ein Grundstück, um dort „kranke Christgläubige, Arme und Pilger“ zu pflegen. Bedarf besteht, denn die Würzburger Bevölkerung wächst in jenen Jahren rasch an. Hatte sich bislang allein die Kirche um die Sozialfürsorge gekümmert, sind nun auch wohlhabende  Bürger gefragt. Und die lassen sich nicht lumpen – über die Jahrhunderte bedenken sie die Stiftung immer wieder mit großzügigen Spenden bis in die Gegenwart.  Der Sinn und Zweck jener später nicht von ungefähr in Bürgerspital umbenannten Einrichtung hat sich in fast 700 Jahren nicht geändert: Gemäß dem Stiftungszweck kümmert sich die Stiftung bis heute verantwortungsvoll um alte Menschen. Heute gehören zur Bürgerspitalstiftung drei Seniorenwohnstifte, drei Seniorenheime, ein ambulanter Pflegedienst, die Tagespflege Villa Schenk sowie seit 1994 ein Zentrum zur geriatrischen Rehabilitation.


Was aber hat der Wein mit der Stiftung zu tun? Erträge nicht nur aus den Liegenschaften, sondern auch des Weinguts sichern von alters her ihren Bestand. Zu den Schenkungen gehören bereits 1321 erste Weinberge, 1407 erwirbt die Stiftung beste Lagen im Würzburger Stein. In der Schatzkammer des Bürgerspitals lagert übrigens bis heute eine letzte Flasche des Steinweins von 1540, der als Jahrtausendjahrgang gilt. Manche Meilensteine für Weinliebhaber folgen: 1665 wird der erste Silvaner gepflanzt, das Jahr 1726 gilt als das Geburtsjahr des Bocksbeutels – und das Bürgerspital als Geburtshaus. Der Rat der Stadt Würzburg erklärt den Bocksbeutel in jenem Jahr zum Gütezeichen im Kampf gegen die weit verbreitete Weinpanscherei. Ein Siegel garantiert beste Qualität. Und ein ganz junger Meilenstein folgt 2016 mit der Auszeichnung „Bester Silvaner Deutschlands“ im Gault Millau. Auf 120 Hektar Rebfläche werden vor allem die klassischen Rebsorten Riesling, Silvaner und Burgunder angebaut.


Fürs Jubiläumsjahr hat das Bürgerspital nun ein buntes Programm zusammengestellt. Tage der offenen Türe in den hauseigenen Einrichtungen und Feste rund ums Thema Wein stehen ebenso auf dem Programm wie jede Menge Kultur: vom Benefizkonzert mit dem Projektorchester Würzburg am 21. Mai über eine Ausstellung zur 700-jährigen Stiftungsgeschichte ab Ende Mai in der Stadtbücherei im Falkenhaus bis hin zu einer Kooperation mit dem Mainfranken Theater Würzburg. Das musikalische Schauspiel „Ein Widder mit Flügeln – 700 Jahre Bürgerspital Würzburg“ wird am 2. Juli in dessen Kelterhalle uraufgeführt. Autorin ist Ulrike Schäfer, Leonhard-Frank-Preisträgerin des Jahres 2014. Initiatorin des Theaterprojekts ist Annette Noffz, leitende Stiftungsdirektorin des Bürgerspitals. „Mit unserer Idee zu einer Kooperation haben wir beim Mainfranken Theater offene Türen eingerannt“, freut sie sich über die fruchtbare Zusammenarbeit. Man wolle den Besuchern die lange Geschichte des Bürgerspitals kurzweilig und charmant nahe bringen. Neu betextetes Würzburger Liedgut soll die Handlung begleiten.


Feinschmecker locken dürfte zudem das Jubiläumsdinner „Genuss hoch 5“ im historischen Innenhof des Bürgerspitals am 24. Juni. Zwei Tage später folgt dann der eigentliche Festakt: das Stiftungsfest am 26. Juni mit einem Gottesdienst im Dom St. Kilian sowie einem Staatsempfang in der Würzburger Residenz. Und selbst der wissenschaftliche Blick kommt im Jubiläumsjahr nicht zu kurz: Am 8. Oktober beleuchten Historiker 700 Jahre Stiftungsgeschichte aus verschiedenen Perspektiven im Burkardushaus Würzburg.


Weitere Veranstaltungen und Details unter http://www.buergerspital.de/aktuelles/termine/index.html  

Der Artikel  ist unter anderem in den Fränkischen Nachrichten erschienen.