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Genres und Epochen verschmelzen

Die „Musica Popular Brasileira“ ist ein eigenständiger Musikstil, der
Traditionelles integriert,  aber  offen ist  gegenüber Einflüssen und Inspiration von außen


Von Michaela Schneider

Würzburg Wer derzeit an Brasilien denkt, dem mag zunächst Fußball durch den Kopf gehen. Doch vielleicht mehr noch als das lederne Rund, gehört Musik wie selbstverständlich zum Lebensgefühl der Brasilianer dazu. Aus Traditionellem wie Samba, Bossa Nova und Salsa heraus hat sich eine eigenständige, moderne Musikkultur entwickelt – die so genannte „Musica Popular Brasileira“. Einer der derzeit angesagtesten Vertreter wird mit dem Sänger, Komponisten Autor, Produzenten und Arrangeur Oswaldo Lenine Macedo Pimentel beim Würzburger Hafensommer am 27. Juli zu Gast sein. Bekannt ist er in seiner südamerikanischen Heimat kurz als „Lenine“.


Was aber versteht man unter „Musica Popular Brasileira“? Eine Vermischung traditioneller brasilianischer Klänge und moderner westlicher Popkultur wäre zu kurz gegriffen und würde dem Genre nicht gerecht. Ein Blick in die Historie ist nötig, in eine Zeit, als die Sklaverei seit 1888 in Brasilien abgeschafft ist und die schwarze Bevölkerung zunehmend in die Städte zieht.  Hier begegnen sich nun schwarze und weiße Musiker. Zudem erlebt um die Jahrhundertwende die Karnevalskultur erste Hochblüten. Aus dieser Kombination heraus entwickelt sich der brasilianische Samba – lebensfroh und berauschend – und bestimmt über Jahrzehnte das brasilianische Gesellschaftsleben.

Weitere Einflüsse kommen vor allem in den 60er Jahren hinzu: „The Girl from Ipanema“ dürfte die bekannteste Vertreterin eines neuen Musikstils, sein, der Ende der 50er Jahre aufflammte, die Rede  ist vom Bossa Nova. Kurz darauf hält die Strömung „Tropicalismo“ Einzug ins kulturelle Leben als Protestbewegung gegen die Militärdiktatur: in Film, Theater und Literatur, Malerei und bildende Künste, aber auch in die Musik. Jetzt kommt erstmals der Begriff der „Musica Popular Brasileira“ auf. Und trotzdem: Weit weniger strikt als hierzulande gestaltet sich dabei bis heute die Trennung zwischen Unterhaltung- und ernster Musik.


Vielleicht macht gerade diese Offenheit gegenüber neuen Einflüssen und Inspiration von außen, jedoch stets im Bewusstsein, der eigenen Wurzeln die „Musica Popular Brasileira“ besonders. Südamerikanisch und Europäisch, Indianisch und Afrikanisch verschmelzen. Sämtliche Spielarten moderner Popmusik von Funk bis Rock, von Hip Hop bis Reggae vermischen sich mit Brasilianischem und bieten Raum für Weiterentwicklung und Experiment. Genres und Epochen fließen wie selbstverständlich ineinander.


Wie das klingen kann, werden Besucher beim Würzburger Hafensommer am 27. Juli erleben: Lenine wird hier zusammen mit dem holländischen Martin Fondse Orchestra auftreten. Das Konzert dürfte zu den Höhepunkten des Hafensommers zählen:  In 30 Jahren begeisterte Lenine auf Festivals und bei Konzerten weltweit, hat zehn Alben veröffentlicht und einige Latin Grammys abgeräumt, reist das Publikum bei Fernsehauftritten, vor allem aber live mit. Sein bunter Misch aus ländlichen Tänzen, Gitarrenriffs und Schellentrommeln geht unter die Haut. In seinen Liedtexten  wünscht er sich „eine neue Zivilisation“, besingt Idole aus aller Welt von Jesus Christus bis Fidel Castro und besinnt sich auf seine sozialistischen Wurzeln. Geprägt hat ihn hier sein Elternhaus, denn José Geraldo nennt den Sohn „Lenin“ als sozialistische Hommage an den Sowjetführer. Und auch die katholische Mutter Dayse Pimentel beeinflusst das Kind. Mit 17 Jahren komponiert Lenin seine ersten Werke, mit 20 Jahren beendet er das Chemiestudium, geht nach Rio de Janeiro und startet seine Musikkarriere.  2013 feiert er seine 30-jährige Bühnenkarriere.


Sicherlich ist auch das Charakteristikum der „Musica Popular Brasileira“: Nicht nur Lenin, sondern sehr viele der brasilianischen Sänger erzählen in ihren Texten vom harten brasilianischen Alltag, und kritisieren gesellschaftliche Missstände. Sie entstammen teilweise selbst den Slums und lassen viele persönliche Erfahrungen einfließen, denken und singen politisch. Und: Sie wecken mit ihrer Musik bei der Zuhörerschaft neue Hoffnung.


Karten zu dem Hafensommerkonzert mit Lenine und dem Martin Fondse Orchestraam 27. Juli  gibt es im Online-Verkauf bei www.adticket.de oder bei der Tourist Information im Falkenhaus vor Ort, Telefon 0931/372398.  

Der Artikel  wurde unter anderem im Main-Echo veröffentlicht.

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