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Journalisten blicken „über den Zaun“
Fachgruppe „Europa und Medienrecht“ tauscht sich mit Kollegen in

Nachbarländern aus, betreibt Lobbyarbeit und macht sich für den Schutz des geistigen Eigentums stark


Von Michaela Schneider

Journalisten in ganz Europa kämpfen für faire Arbeitsbedingungen. In Österreich ist es gelungen, die Onliner in den Redakteurstarif aufzunehmen. In Dänemark ist die Tarifbindung stärker als hierzulande. Europas Journalisten können bei entsprechender Vernetzung voneinander lernen.  „Lernen von den Nachbarn“ ist deshalb auch eine neue Veranstaltungsreihe der Fachgruppe „Europa und Medienrecht“ des Bayerischen Journalistenverbandes betitelt. Doch reicht deren Arbeit weit über eine Journalisten-Vernetzung hinaus. Seit Bestehen betreiben die Fachgruppen-Mitglieder Lobbyarbeit in Europa  und machen sich vor allem auch für den Schutz des geistigen Eigentums stark.  Zurzeit hochaktuelles Thema: Richtlinien für die Verwertungsgesellschaften.


Die Europaarbeit im Journalistenverband war von Beginn an eng mit dem Thema Urheberrecht  verknüpft, denn:  Auf Bundesebene setzte sich vor allem auch der Journalist und Politiker Georg Kahn-Ackermann (1918 – 2008) für die Gründung eines Fachausschusses Europa ein, als mit EU-Verträgen mehr und mehr Kompetenzen auf europäische Ebene verlagert wurden. Kahn-Ackermann war kein Geringerer als einer der Väter des BJV sowie der VG Wort. 1965 hatte er als Bundestagsabgeordneter maßgeblich das Urheberrechtsgesetz mitgestaltet.


Als der Deutsche Journalistenverband 1994 einen „Fachausschuss Europa“ mit Kahn-Ackermann an der Spitze gründete, gehörte der BJV zu den ersten Verbänden, die dem Beispiel auf Landesebene folgten. Vorsitzender der bayerischen Fachgruppe war damals der Würzburger Tageszeitungskorrespondent Rainer Reichert – und er ist dies bis heute geblieben. Dabei sind für den Unterfranken die Grenzen zwischen bayerischem und weltweitem Einsatz für Journalisten fließend: Seit 2005 ist er Fachausschussvorsitzender Europa im DJV. Er engagiert sich seit 2006 als Mitglied der Fachgruppe Arbeitsrecht in der Europäischen Journalisten Föderation (EJF) und arbeitet seit 2010 in der Satzungskommission des Weltjournalistenverbandes (IJF) mit.   


„Anfangs ging es darum, Netzwerke aufzubauen und einen arbeitsrechtlichen und sozialen Dialog zu starten“, erinnert sich Reichert an die ersten Besuche in Brüssel und Straßburg. Gepflegt werden diese Netzwerke bis heute, allein drei- bis viermal reist der Unterfranke pro Jahr nach Brüssel.


Zweite große Herausforderung Mitte der 90er Jahre: Kommunikation machte an Landesgrenzen nicht länger Halt, mehr und mehr Redaktionen bauten eigene Internetauftritte auf. „Wir wollten Journalisten nicht nur das Handwerk selbst, sondern auch den rechtlichen Rahmen vermitteln“, sagt Reichert. Die Idee war geboren zu entsprechenden Internet-Seminaren für BJV-Mitglieder.   Und es wurde weiter vernetzt und geschult: Etwa auf der Buchmesse in Prag inklusive Vorträgen zum deutschen Urheberrecht, auf einer Tagung in Bratislava zu Europas Presserechtspolitik oder  über Jahre auf der Internationalen Handwerksmesse. Die Ausstellung „Pressefoto Bayern“ wanderte ins europäische Ausland. Und die Fachgruppe rief Konsulatsbesuche und Brüsselreisen für Verbandsmitglieder ins Leben – heute werden letztere übers Bildungs- und Sozialwerk des BJV organisiert. Von Beginn an pflegte die Fachgruppe Europa Kontakte zu Journalisten in Deutschlands Nachbarländern, inzwischen vor allem nach Slowenien, Italien und Österreich.


Spannend gestaltete sich für die Bayern rund um den Jahrtausendwechsel die Zusammenarbeit mit den Slowenen. „Wir machten bei einem Europaprogramm mit, um die Medienszene dort auf Europa vorzubereiten“, erinnert sich Reichert – und erzählt von seinem TV-Talkshowauftritt in Ljubljana, slowenischen Besuchern in Deutschland und einer intensiven Beratungsarbeit, als in der Republik an der Adria ein neues Presse- und Urheberrecht aufgebaut wurde.


Zweimal veranstalteten die Bayern eigene Europatage – und auch 2014 steht wieder eine europäische Fachveranstaltung auf bayerischem Boden an: Vom 11. bis 13. April werden Journalisten in Würzburg unter dem Motto „Media in Europe for Diversity Inclusiveness“ tagen und der Frage nachgehen, wie weit die Rücksichtnahme auf Minderheiten in den Medien reicht.

Auch rückt eine neue Veranstaltungsreihe Europas Medienlandschaft ins Verbandsbewusstsein: „Überall in Europa kämpfen Journalisten für faire Arbeitsbedingungen und eine faire Bezahlung. Wir richten unseren Blick über den Zaun und befassen uns mit den Problemen und Lösungsansätzen in den Nachbarländern“, hieß es jetzt in der Einladung der BJV-Fachgruppe Europa an ihre 125 Mitglieder zum ersten Abend unter dem Motto „Lernen von den Nachbarn“. Zu Gast war die Wienerin Judith Reitstätter, um über Tarifpolitik in Österreich zu diskutieren. Nächster Referent wird voraussichtlich ein Däne sein. „Die Tarifbindung in Dänemark ist wesentlich stärker, die Verhandlungsbereitschaft größer und die Freien sind besser abgesichert“, macht Reichert neugierig.

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Der Artikel ist im Magazin „report“ des Bayerischen Journalistenverbandes erschienen.