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Tschaikowski-Pirouetten und Breakdance-Moves
Ballettgala
 „Europa tanzt“ im Würzburger Mainfrankentheater – und das Publikum jubelt

 

Von Michaela Schneider

Würzburg Die fünf Jungs der „Dancefloor Destruction Crew“ wirbeln zu Dancefloor, Super-Mario-Sound und Backstreet Boys über die Bühne. Am Freitag noch im Finale der Fernsehtanz-Show „Got o dance“ kombinieren sie jetzt im Würzburger Mainfranken Theater Breakdance, Witz und Akrobatik – und finden Körperschwerpunkte, wo es für den Zuschauer eigentlich keine geben kann. Brandender Applaus, Jubelrufe. Und Cut. Vorhang zu, Vorhang auf, Tschaikowskis-Klänge setzen ein. Die beiden Tänzer Susanne Grinder und Ulrik Birkkjaer vom Königlich Dänischen Ballett in Kopenhagen schweben über die Bühne. Sie im knielangen Tüllkleidchen in Altrosa und Blumen im Haar, auch er im Ballettoutfit. Ein „Pas de deux“ vom  Feinsten folgt mit Spitzentanz, klassischer Eleganz und Pirouetten.

 

Größer kann ein Bühnenkontrast kaum sein als zwischen der Schweinfurter Showgruppe und dem dänischen Ballettpaar. Und genau darin liegt der Reiz der Ballettgala „Europa tanzt“ im Mainfranken Theater Würzburg.  Nach einem vierstündigen, ungemein kurzweiligen, immer wieder überraschenden Abend bejubelt das Publikum herausragende Tänzer aus Europa und der Welt – und vor allem auch Anna Vita. Ohne das Engagement der Ballettdirektorin und ihre guten Kontakte zu zahlreichen Theatern, Tänzern und Ensembles wäre ein Abend wie dieser in Würzburg  nicht möglich. Die nutzt die Bühne nicht nur zum Moderieren, sondern auch für ein wenig Politik: Mit Seitenhieb auf die unendliche Sanierungsdiskussion ums Mainfranken Theater zeigt sie auf großer Leinwand, wie hübsch und modern sich andere Theaterhäuser präsentieren.

 

Aus Kopenhagen, Amsterdam, Prag, Reggio Emilia, Brünne und Göteborg sind die Künstler unter anderem angereist – und aus Seoul. Sieben Tänzerinnen und drei Tänzer der „Korea National Contemporary Dance Company“ begeistern bei ihrem ersten Auftritt überhaupt in Deutschland mit einer dynamisch geladenen und gleichzeitig meditativen Choreografie sowie mit der edlen Eleganz asiatischer Tanzkunst.

 

Von einzelnen Höhepunkten zu sprechen fällt an diesem Abend schwer – jede der 18 Nummern steht für sich, und fast immer sind aus der ein oder anderen Ecke anschließend Bravo-Rufe zu hören: Ein märchenhafter „Pas de deux“ aus Prokofjews Cinderella des National Theaters Brünn und eine energiegeladene Performance zum eigens komponierten Sound der italienischen Rocklegende Luciano Ligabue; ein fesselndes, marionettenhaftes Solo  der vielleicht ausdrucksstärksten Tänzerin des Abends, Bridget Breiner. Gewidmet ist das Tanzstück „Tué“ zum französischen Chansons Prinzessin Caroline von Monaco. Wunderschön auch das ergreifende Anna-Vita-Handlungsballett „Der Tod und das Mädchen“, dargeboten von Künstlern des Ballett ROSSA in Halle - dramatischer Kampf, Hingabe, Selbstaufgabe, getanzte Erotik. Viel Spaß bereitet die männlich-selbstironische Performance „Troy Games“ des Balletts Krefeld und Mönchengladbach mit einer bunten Mischung aus übertrieben Muskelposen und Machtspielchen, asiatischer Kampfkunst, brasilianischen Sambarhythmen und Capoeira.

 

Gleich zwei Uraufführungen, dargeboten von Tänzern der Ballettcompagnie des Mainfranken Theaters, stehen zudem an diesem Abend auf dem Programm: Choreograf Can Arslan setzt sich in Würzburg mit der Universitätsinschrift „Veritati“ (Die Wahrheit verpflichtet) auseinander - eine getanzte, sehr sinnliche Symbiose aus Kunst und Wissenschaft.  Die Choreografie des Briten Ihsan Rustem indes ist inspiriert vom türkischen Dichter Orhan Pamuk. Eyun Kyung Chung, Kirsten Renée Marsh und Ivan Alboresi tanzen in poetischer Eleganz zu einer sehr anrührenden Version des Klassikers “Big in Japan“. Spätestens nach dieser Performance der Würzburger Ensemblemitglieder ist klar: Ein Ballettbesuch im Mainfranken Theater lohnt.

 

Nicht jede Nummer der Ballettgala ist damit erwähnt, doch erwähnenswert wäre jede. Das Publikum ist rundum begeistert, der komplette Saal steht beim Endapplaus zur vierstündigen Gala. Die Tänzer aus Europa und Korea strahlen.

Der Artikel ist unter anderem im Main-Echo erschienen.