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Inge, immer wieder Inge
Ausstellung „Badegäste“ auf dem Kunstschiff Arte Noah in Würzburg erlaubt
sehr private Einblicke ins Leben des verstorbenen Nürnberger Künstlers Egon Eppich


Von Michaela Schneider

Würzburg Inge und Egon strahlen dem Betrachter entgegen, die Köpfe dicht beieinander. Ein Ehepaar, das sich vertraut und liebt. „Inge + Egon 1979“ steht handschriftlich unter der Zeichnung. Auch auf weiteren Skizzen begegnet der Ausstellungsbesucher Inge, immer wieder Inge: am Strand und im Schlafzimmer, im Urlaub oder auch einmal die Kamera abwehrend. „Badegäste“ ist die kleine, aber feine Ausstellung auf dem Kunstschiff Arte Noah in Würzburg betitelt. Auf der einen Seite gibt sie Einblicke ins künstlerische Schaffen des Nürnbergers Egon Eppich. Auf der anderen Seite erlaubt sie intimste Einblicke ins Privatleben des 1982 bei einem Autounfall verunglückten, heute weitgehend in Vergessenheit geratenen Künstlers.


 Eine weitere Besonderheit der Ausstellung auf dem Main: Erstmals kooperieren das Museum im Kulturspeicher und der Kunstverein Würzburg e.V.: Die 55 Zeichnungen befinden sich im Eigentum des Kulturspeichers, die Ausstellung auf der Arte Noah bezeichnete Museumsleiterin Dr. Marlene Lauter bei der Eröffnung als „Jubiläumsgabe“ zum 25-jährigen Bestehen des Kunstvereins.


Egon Eppich (1927 – 1982) lebt von Kindheit an in Nürnberg. Nach abgeschlossener Lithographenlehre in Ellingen studiert er an der Nürnberger Akademie der Bildenden Künste. Bald schon macht er sich als Gestalter streng geometrisch strukturierter Bilder und Plastiken einen Namen. Studienreisen führen ihn quer durch Europa, nach New York und Vancouver. Immer wieder sind seine Werke in Ausstellungen zu sehen: Vielfach in Nürnberg, jedoch selbst in Tokyo. Der Künstler verschreibt sich dabei weitgehend der konkreten Kunst, fertigt Gemälde, Zeichnungen und Plastiken. Jedoch entsteht abseits des Konstruktiv-Konkreten auch eine Reihe von gegenständlichen Zeichnungen, meist kleinen Formats. Hier schildert der Künstler private Momente, Begegnungen mit Kollegen, Eindrücke von Strandleben, Sonne und Badefreuden. Licht und Schatten ersetzen Farbe. Egon Eppich notiert künstlerisch, was er sieht – verspielt und lebensfroh. Wenn seine konkreten und gegenständlichen Werke etwas verbinde, seien es Klarheit und Schnörkellosigkeit, betont Museumsleiterin Dr. Marlene Lauter.


1982 verunglückt Egon Eppich bei einem Autounfall. Danach gerät er weitgehend in Vergessenheit. Zufällig trifft seine Witwe mehr als drei Jahrzehnte später auf Dr. Marlene Lauter und entschließt sich, dem Museum im Kulturspeicher ein Konvolut von Zeichnungen zu überlassen. Die Ausstellung „Badegäste“ zeigt erstmals eine Auswahl dieser so privaten Blätter.


Bewegend vor allem: ein Gespräch mit Egon Eppichs Witwe Inge. Als Vorlage für die meisten Zeichnungen dienten private Fotografien – Momentaufnahmen im Urlaub, manchmal auch klassische Schnappschüsse. Ein Werk etwa zeigt Inge und Egons Beine sowie ihre Schatten. Die Zeichnung liebe sie besonders, verrät die Witwe, denn die Kamera habe zufällig ausgelöst. „Hier hat mir Egon einmal verraten, dass er sich zehn Jahre jünger gezeichnet hat“, erzählt die 76-Jährige beim Blick auf ein Porträt von sich und ihrem Mann. Einen Augenblick länger verweilt sie vor einer Urlaubsszene auf  Mallorca, sagt: „Hier hat er mich besonders gut getroffen.“


Bernd Schmittchen, Vorsitzender des Kunstvereins Würzburg e.V., ist nicht allein über die Ausstellung selbst glücklich, sondern vor allem auch über die erstmalige Kooperation mit dem Museum im Kulturspeicher zum 25-jährigen Vereinsbestehen. Als einziger von deutschlandweit 294 Kunstvereinen besitzt der Würzburger ein eigenes Ausstellungsschiff. Eröffnet wurde die Arte Noah 1995. Aktuell liegt sie im Alten Hafen gleich hinter dem Museum im Kulturspeicher. Angedacht ist ein Umzug an prominentere Stelle zum Mainkai gegenüber der Festung Marienberg.

Der Artikel  ist unter anderem  im  Main-Echo erschienen.

Egon Eppichs Witwe Inge bei der Eröffnung der Ausstellung „Badegäste“.


Fotos: Michaela Schneider

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Infokasten: Über die Ausstellung „Badegäste“


Die Ausstellung „Badegäste“ mit Werken von Egon Eppich ist bis einschließlich 23. Juli auf dem Kunstschiff Arte Noah im Würzburger Alten Hafen hinter dem Kulturspeicher zu sehen. Geöffnet ist sie donnerstags bis samstags zwischen 15 und 18 Uhr sowie sonn- und feiertags von 12 bis 18 Uhr. Die Finnisage findet am 23. Juli um 18 Uhr statt.