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Ohne Mendelssohn Bartholdy keine  Bachrenaissance  
Bei den 46. Würzburger Bachtagen geht es heuer auch
um den Wiederentdecker des Barockkomponisten im 19. Jahrhundert


Von Michaela Schneider
Würzburg
„Bach und Mendelssohn“ lautet das diesjährige Motto der Würzburger Bachtage. Vom 21. bis 30. November werden sich Musiker auf klassische, aber auch ungewohnte Art mit Johann Sebastian Bach und seinem Wiederentdecker Felix Mendelssohn Bartholdy beschäftigen. Christian Kabitz, seit 1979 künstlerischer Leiter der Würzburger Bachtage, blickt auf die Veranstaltungsreihe im Allgemeinen, auf die beiden Komponisten und aufs diesjährige Programm.


Warum geht`s bei den Würzburger Bachtagen eigentlich nicht allein um Johann Sebastian Bach?

Christian Kabitz:  Lassen Sie mich dafür einen Blick auf die Geschichte der Bachtage werfen. Mein Vorgänger Günter Jena kam damals aus München nach Würzburg und hat hier aus dem Nichts einen schlagkräftigen Chor begründet. Zunächst war dies ein Kirchenchor, dann nannte er ihn in „Bachchor“ um. Damit war klar: Johann Sebastian Bach wird für den Chor künftig eine zentrale Rolle spielen. Anfangs hatten die 1969 neu begründeten Bachtage tatsächlich alleine Bach zum Inhalt. Das Problem ist: Spielt man nur Bach, wiederholt sich das Repertoire alle paar Jahre. Als ich 1979 nach Würzburg kam, sagte ich mir: Die Bachtage brauchen eine Linie. Deshalb rückt jedes Jahr – neben Bach – ein zweiter Komponist in den Blick.


Heuer wird dies Felix Mendelssohn Bartholdy sein. Was hat er mit Johann Sebastian Bach zu tun?

Kabitz: Mendelssohn Bartholdy war eines der größten Wunderkinder der Menschheitsgeschichte. Mit vier Jahren spielte er bereits Bach, mit sieben Jahren komponierte er sein erstes Orchesterwerk. Als Achtjähriger wünschte er sich die Partitur der Matthäus-Passion. Hierzu muss man wissen: Zu jener Zeit war dieses Werk praktisch in Vergessenheit geraten. Felix` Großmutter ließ für viel Geld eine Abschrift des Originals anfertigen und 1834 – genau 100 Jahre nach ihrem ersten Erklingen – wurde die Matthäus-Passion wiederaufgeführt. Wir verdanken allein Mendelssohn Bartholdy jene Bachrenaissance der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Letztlich verdanken wir ihm damit auch, dass wir Bach heute so bewundern und lieben.


Orientierte sich Felix Mendelssohn Bartholdy auch kompositorisch an Johann Sebastian Bach?

Kabitz: Weniger. Die Bachschen Passionen faszinierten Mendelssohn Bartholdy und es gibt eindeutige Bezüge; sein Komponieren orientierte sich aber eher an Georg Friedrich Händel. Größter Unterschied: Mendelssohn Bartholdy vertonte das Alte Testament, die Evangelisten des Neuen Testaments spielen bei ihm im Gegensatz zu Bach keine Rolle.  Im Detail auf die Beziehung zwischen Bach und Mendelssohn Bartholdy wird der Musikwissenschaftler Professor Ulrich Konrad bei der Eröffnung der Bachtage am 21. November eingehen. Darauf bin ich schon sehr gespannt. Das Schöne bei Professor Konrad ist, dass man während seiner Vorträge auch einmal lachen darf.


Ihre persönlichen Programm-Höhepunkte der diesjährigen Bachtage wären?

Kabitz: Höhepunkt sind für mich natürlich die beiden großen Konzerte des Bachchors. Auf dem Programm stehen dabei in diesem Jahr Mendelssohn Bartholdys „Paulus“ und Bachs Hohe Messe in h-Moll. Auch gestalten wir während der Bachtage zwei Festgottesdienste in der Johanniskirche und spielen ein Kinderkonzert. Für die Chormitglieder bedeuten vier Termine in kürzester Zeit eine echte Herausforderung. Neben den regulären Proben muss zuhause zusätzlich geübt werden – ohne das geht`s nicht.


Thema Kinderkonzert: Wie präsentiert man die Bachsche Musik kindergerecht?

Kabitz: Ich will den jungen Konzertbesucher heuer zeigen, wo Bach seine Anfänge nahm. Das heißt, wir werden nicht nur Bach, sondern zum Beispiel auch Corelli spielen. Kindgerecht heißt: Wir zeigen den Kindern zum Beispiel die Instrumente und spielen längere Stücke nur teilweise, um nicht zu langweilen. Sehr wichtig ist die Moderation, diese übernehme ich selbst. Wichtig ist mir, nicht als Allwissender dazustehen, sondern die Kinder einzubeziehen und ihnen Fragen zu stellen.

Auf dem Programm steht auch ein Konzert mit dem Titel „Bach meets Cuba“. Wie bringt  man Bach und kubanische Musik unter einen Hut?

Kabitz: Die drei Musiker der Klazz Brothers haben sich mit zwei Kubanern zusammengeschlossen und spielen nun eine Mixtur aus Jazz, Klassik und kubanischer Musik. Für Würzburg haben sie ein eigenes Programm „Bach meets Cuba“ geschaffen. Ich bin selbst schon sehr gespannt, wie das klingen wird. Crossover hat Kritiker, das ist in Ordnung. Meine Meinung: Wird ein Bachthema weitergedacht, so wird Bach zum Ideengeber für ein neues Stück. Ist dieses intelligent gemacht, bin ich überglücklich.


Sie gehen im kommenden Jahr in den Ruhestand, die 47. Bachtage werden damit ihre letzten sein. Worauf darf sich das Publikum im kommenden Jahr freuen?

Kabitz: Bei meinen letzten Bachtagen wird es allein um Bach gehen. Aber auch nach mir müssen und werden die Bachtage unbedingt weitergehen.  

Christian Kabitz leitet den Bachchor und das Bachorchester Würzburg. Er ist künstlerischer Leiter der Würzburger Bachtage.


Foto: Michaela Schneider

Der Artikel  ist unter anderem im Main-Echo erschienen.

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Infokasten: Die 46. Würzburger Bachtage


Bei den 46.  Würzburger Bachtagen werden Kompositionen von Johann Sebastian Bach denen von Felix Mendelssohn Bartholdy gegenübergestellt. Das Aufeinandertreffen beginnt am 21. November mit einem Festakt und endet mit einem Festgottesdienst am 30. November. Dazwischen stehen mit zwei Oratorienabenden, einem weiteren Festgottesdienst mit Bachkantate, Kammer- und Orgelkonzerten sowie einem Kinder- und Cross-Over-Konzert insgesamt elf Veranstaltungen unterschiedlicher Prägung auf dem Festivalprogramm. Karten können telefonisch unter der Rufnummer 0931/37 23 98 oder online unter www.adticket.de bestellt werden. Das ausführliche Programm der 46. Würzburger Bachtage steht im Internet unter www.bachtage-wuerzburg.de