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Wenn die Umwelt dunkel wird
 Der Graue sowie der Grüne Star und die altersbedingte Makula-Degeneration sind die häufigsten Augenerkrankungen – 90 Prozent Information nimmt ein gesunder Mensch übers Auge auf

Von Michaela Schneider

Würzburg Sekunde für Sekunde gelangen neue Informationen zum menschlichen Gehirn – und zwar zu 90 Prozent übers Auge. Nur zu elf Prozent lernt der Mensch übers Hören – aber zu 82 Prozent über das Sehen. Wie sehr man sich im Alltag tatsächlich aufs Auge verlässt, merkt man erst, wenn sich das Sehvermögen verschlechtert. Die gute Nachricht ist: Bei rechtzeitiger Therapie lassen sich viele Augenerkrankungen behandeln, das Augenlicht bleibt erhalten. Unter dem Motto „Einblick gewinnen“  informierte die Augenklinik des Universitätsklinikums Würzburg über die drei häufigsten Augenerkrankungen: den Grauen und den Grünen Star sowie die altersbedingte Makula-Degeneration.


Grauer Star – der Blick durch den fließenden Wasserfall

Zehn Millionen Menschen in Deutschland sind vom Grauen Star oder Katarakt betroffen, 650000 Patienten werden hierzulande pro Jahr operiert. Um die 1000 sind es allein in Würzburg am Universitätsklinikum. „Star“ hat dabei laut Oberarzt Dr. Thomas Klink nichts mit dem Vogel zu tun, sondern entstammt dem Althochdeutschen und beschreibt den starren, leblosen Blick des Erkrankten. Die Augenlinse trübt sich dabei ein. In der Antike nahmen die Menschen an, dass graue Flüssigkeit hinterm Auge fließt, weil es für den Patienten scheint, als blicke er durch einen fließenden Wasserfall – auf Griechisch: Katarakt.


Bemerkbar macht sich die Erkrankung in der Regel durch einen schleichenden Verlust der Sehschärfe, hin und wieder nimmt laut Klink zudem die Blendungsempfindlichkeit zu. Theoretisch kann der Graue Star in jedem Alter auftreten – in Entwicklungsländern durch Mangelernährung häufig schon im Kindesalter. In den Industrienationen indes macht sich die Erkrankung beim Gros der Patienten erst  im Alter bemerkbar.  

Und dann hilft nur die Operation – dabei wird in der Regel die getrübte Linse durch ein künstliches Linsenimplantat ersetzt. Wie Dr. Klink beschreibt, wird dabei mit einem Diamantmesser ein winziger Hornhautschnitt vorgenommen, die Linse dann mittels Ultraschall zertrümmert und abgesaugt. Anschließend wird die Kunstlinse in den leeren Kapselsack eingesetzt und fixiert sich mittels elastischer Bügel selbst. „In 95 Prozent der Fälle sehen die Patienten nach der Operation besser als vorher“, sagt Dr. Link mit Blick auf die hohe Erfolgsrate. Behandelt werden kann unter örtlicher Betäubung und ambulant. Etwa vier Wochen lang tropfen die Patienten anschließend ein Kortison- und Antibiotikumpräparat. Lediglich schweres Heben sowie Schwimmbad- und Saunabesuche sollten nach der Operation zunächst vermieden werden.


Grüner Star – der stille Dieb des Sehens

Komplizierter als mit dem Grauen verhält es sich mit dem Grünen Star oder Glaukom. Darunter leiden in Deutschland knapp eine Million Menschen, weitere 1,6 Millionen zählen wegen eines erhöhten Augeninnendrucks zur Risikogruppe. Klinikdirektor Professor Dr. Franz Grehn spricht auch vom „stillen Dieb des Sehens“, denn: Patienten empfinden keine Schmerzen, auch die Sehschärfe ist nicht gestört. Dadurch nimmt der Patient die Krankheit zunächst nicht wahr, während jedoch längst der Sehnerv und das Gesichtsfeld Schaden nehmen. „Ein Sehnerv hat 1,1 Millionen Nervenfasern. 30 Prozent gehen kaputt, ohne dass der Patient etwas merkt“, sagt der Mediziner. Es entstehen Gesichtsfeldausfälle, das heißt, die Wahrnehmung an den Gesichtsfeldrändern schränkt sich schleichend ein, im Extremfall kann dies bis zur Erblindung des erkrankten Auges führen. Dabei Anders als der Patient erkennt ein Augenarzt eine Schädigung des Sehnervs schon im Anfangsstadium. Ursache für den Grünen Star ist meist ein erhöhter Augeninnendruck. Wer darunter leidet, muss nicht zwangsläufig am Glaukom  erkranken, zählt aber zur Risikogruppe. Gesenkt werden kann der Augeninnendruck durch Medikamente, eine Laserbehandlung oder auch operativ. Dabei wird ein neuer, künstlicher Abfluss für das Kammerwasser im Raum zwischen dem Augapfel und der Bindehaut geschaffen. Grehn empfiehlt, nach dem 60. Lebensjahr alle zwei Jahre zur Vorsorgeuntersuchung zu gehen. „Der Grüne Star ist eine langsame, aber nicht heilbare Erkrankung. Wenn er früh erkannt wird, ist er gut zu stoppen“, sagt der Klinikdirektor und ergänzt: „Wir brauchen aufmerksame Patienten.“


Makula-Degeneration – blinder Fleck mitten im Gesichtsfeld

Zu den drei häufigsten Augenerkrankungen zählt schließlich noch die altersbedingte Makula-Degeneration. Die Makula ist der Bereich der menschlichen Netzhaut im hinteren Bereich des Auges mit der größten Dichte an Sehzellen. Hier werden die Bilder mit der größten Sehschärfe produziert. Sterben Netzhautzellen ab, können unter anderem Sehschärfe, Kontrastempfinden und das Farbensehen abnehmen. Eine Anpassung an veränderte Lichtverhältnisse fällt schwer, die Blendungsempfindlichkeit nimmt zu und es kann zu zentralen Gesichtsfeldausfällen kommen. Bei einigen Patienten bildet sich mitten im Gesichtsfeld ein blinder Fleck.   In Deutschland sind laut Dr. Martin Much von Universitätsklinikum Würzburg rund 2,6 Millionen Menschen betroffen, ernstlich erkrankt sind 1,6 Millionen. Unterschieden wird zwischen der wesentlich häufigeren trockenen  und der feuchten Makula-Degeneration. Zwar kann die feuchte Form sehr schnell voranschreiten, ist aber – anders als die trockene – behandelbar, meist mittels Injektionstherapie, seltener per Laser- oder Strahlenbehandlung oder mittels Vitamintherapie. Für die trockene AMD  gibt es bis dato keine spezifische Behandlung – die Krankheit schreitet langsam, aber stetig voran. Allerdings liegt inzwischen eine Studie vor, die zu dem Ergebnis kommt: Das Risiko des fortschreitenden Sehverlusts könne mit einer speziellen, hochdosierten Vitamin-und Mineralstofftherapie um rund ein Viertel gesenkt werden. Weiter untersuchen Forscher derzeit zudem, ob sich die Augenerkrankung mit dem Antioxidant Lutein und Omega-3-Fettsäuren bremsen lässt.

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Der Artikel ist im Magazin „Gesundheit!“ erschienen.