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Wo Riemenschneiders Werke zu Hause sind

 

Von Michaela Schneider (epd)

 

Würzburg Das Mainfränkische Museum im unterfränkischen Würzburg feiert Geburtstag. Exakt 100 Jahre ist es am 17. Mai her, dass es – damals unter dem Namen Fränkisches Luitpoldmuseum - in Beisein des Kronprinzen Ludwig im Zentrum Würzburgs eröffnete. Heute befindet sich die regional geprägte, historische Kunstsammlung auf der Festung Marienberg. Bekannt ist sie vor allem auch für ihre Riemenschneiderabteilung und eine der bedeutendsten Fayencesammlungen überhaupt. Nach 100 Jahren wechselvoller Museumsgeschichte blickt Museumsleiterin Dr. Claudia Lichte optimistisch in die Zukunft: Seit Gründung hatten die Museumsteams immer wieder auf eine finanzielle Unterstützung durch den Freistaat gehofft. Im Jubiläumsjahr könnte diese Wirklichkeit werden.

 

2012 hatte Bayerns Finanzminister Markus Söder öffentlich von einer möglichen Neuausrichtung des Museums zu einem „Museum für ganz Franken“ und Sanierungszuschüssen von 30 Millionen Euro gesprochen. Bei der Stadt Würzburg sei derzeit nichts anderes bekannt, sagt der städtische Pressesprecher Christian Weiß auf Nachfrage – und die Zahlen seien im Doppelhaushalt 2013/14 des Freistaats veranschlagt. Die Federführung für bauliche Fragen liegt bei der Bayerischen Verwaltung der Schlösser, Gärten und Seen. Mit dem Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst fänden aktuell erste Gespräche zu einer künftigen Konzeption statt. Derzeit trägt die Stadt Würzburg 60 Prozent der Betriebskosten des Museums, die Kulturstiftung des Bezirks Unterfranken beteiligt sich mit 40 Prozent. Museale Neuanschaffungen finanziert das Museum über Spenden. „Die Entwicklung des Museums zu einem Landesmuseum mit erheblicher Beteiligung des Freistaats ist einerseits ein lang erhoffter Quantensprung, sie ist aber auch dem Rang und der Geschichte des Museums angemessen“, sagt Würzburgs Oberbürgermeister Georg Rosenthal. Für Würzburg selbst sei das Museum ein Identifikationsort ersten Ranges und fürs Geschichtsbewusstsein der Stadt und Mainfrankens von zentraler Bedeutung.

 

Der Wunsch nach bayerischer Unterstützung ist dabei alles andere als neu. Schon als vor 100 Jahren die Sammlungen des Historischen Vereins, des Fränkischen Kunst- und Altertumsvereins und der Stadt im neuen Luitpoldmuseum zu einer dauerhaften Ausstellung verschmolzen, hatte Gründungsdirektor August Stöhr auf eine Finanzspritze durchs Königshaus gehofft, weiß die heutige Museumsleiterin Dr. Claudia Lichte.  Damals allerdings vergeblich.

 

1939 wurde das Luitpoldmuseum in Mainfränkisches Museum umbenannt. Nach dem Krieg sorgte der neue Name für manche Diskussion. Denn auch, wenn den Begriff „Mainfranken“ der Kunsthistoriker Fritz Knapp bereits 1928 im Sinne einer kulturellen Gebietsbeschreibung geprägt hatte, galt er in den Nachkriegsjahren mit Blick auf den NSDAP-Gau Mainfranken als belastet. Max Hermann von Freeden, ab 1945 neuer Museumsdirektor, sprach sich laut Lichte jedoch explizit für den Namen „Mainfränkisches Museum“ aus, bezogen auf die einstige kunsthistorische Bedeutung.

 

Einschneidendstes Ereignis in der Museumsgeschichte war zuvor die Bombardierung Würzburgs am 16. März 1945 gewesen. Das damalige Museumsgebäude in der Maxstraße wurde völlig zerstört, gut die Hälfte der Sammlung inklusive der Inventare ging verloren. Bis heute ist das Museumsteam dabei, den verbliebenen Objekten durchs neue Inventarisieren ihre Geschichte zurückzugeben. Dass die verbliebenen Sammlungen nach dem Krieg auf die Festung Marienberg zogen, wuchs laut Lichte aus der Not heraus: Diese war zwar ebenfalls zerstört, doch gab es immerhin Lagerräume. Die Nutzung war dabei nicht neu: Schon vor dem Krieg hatte die im Jahr 1201 gegründete Burg das stadtgeschichtliche Museum beherbergt.

 

Heute ist Lichte froh über die exponierte Lage, die gerade auch Touristen lockt. Und: Auf dem weitläufigen Festungsgelände stehen satte 5600 Quadratmeter Ausstellungsfläche zur Verfügung. Die Bevölkerung auf den Marienberg zu holen, ist laut Lichte indes nicht so leicht – deshalb schnürt das Museum regelmäßig ein speziell auch auf Würzburger ausgerichtetes Veranstaltungsprogramm. Nächster großer Höhepunkt: Die Sonderausstellung „Ans Werk – 100 Jahre Mainfränkisches Museum Würzburg“. Sie eröffnet zum 100. Geburtstag am 17. Mai.

 

Der Artikel  wurde für den Evangelischen Pressedienst (epd) verfasst.

Zu sehen sein wird in der Sonderausstellung „Ans Werk – 100 Jahre Mainfränkisches Museum Würzburg“  auch diese Sonnenuhr aus Sandstein, entstanden um 1745. Erst einmal muss Dr. Claudia Lichte sie mit ihrem Museumsteam allerdings wieder zusammensetzen.

Infokasten: Über die Ausstellung „Ans Werk“

 

„Ans Werk – 100 Jahre Mainfränkisches Museum Würzburg“ ist eine Sonderausstellung betitelt, die pünktlich zum Geburtstag am 17. Mai eröffnet. Auf Ausstellungsinseln werden die Höhepunkte der Schausammlungen in Szene gesetzt und um Leihgaben sowie Zusatzinformationen ergänzt. Die Inszenierungen dienen den Besuchern laut Museumsleiterin Dr. Claudia Lichte als Leitlinie fürs „Inselhopping“ durchs gesamte Museum. Unter anderem wird es um 100 Jahre Museumsgeschichte, historische Episoden der Stadt- und Regionalgeschichte und spezielle Kunstschätze wie etwa die Arbeiten Tilmann Riemenschneiders oder ausgewählte Fayencen gehen. Ergänzt wird die Ausstellung um Themenführungen, Vorträge, Kunstsprechstunden und Kinderaktionen.

 

www.mainfraenkisches-museum.de

Museumsleiterin Dr. Claudia Lichte zeigt eine Neuanschaffung des Mainfränkischen Museums: eine Uhr des Uhrmachermeisters Andreas Steib. Der stammte zwar ursprünglich aus Ungarn, kam aber 1789 als Geselle nach Würzburg.                                 Fotos: Michaela Schneider